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Es ist noch dämmrig, als wir in unsere Gummistiefel schlüpfen. Cleber, unser Guide, hat uns bereits um halb 5 geweckt und ein leuchtendes rot färbt den Himmel, während wir den kurzen Weg von der Lodge zu unserem Boot zurücklegen. Unser Ziel ist eine viertelstündige Bootfahrt entfernt. Mich hat es sowieso schon erwischt… Die Lebendigkeit der Farben, der Tier- und Pflanzenwelt hat mich bereits in seinen Bann gezogen. Doch die Bootfahrt über den vom anhaltenden Regen mächtigen Fluss Jakumama, umgeben von dichtem Wald, der vom Sonnenaufgang in Goldtönen schimmert und förmlich vibriert vor Leben, verzaubert uns. Unsere ganze Gruppe schweigt im friedlichen Einverständnis und genießt den Moment.

Papageien am Morgen

Schließlich erreichen wir unser Ziel: Eine Felsengruppe, die besonders reich an Mineralien sind, für Papageien und Makaus, die hier jeden Morgen ihren Mineralhaushalt auffüllen. Letzterer ist für die Vögel von großer Bedeutung, da sie zumeist sehr schwer verdauliche Samen und Nüsse zu sich nehmen. Gespannt warten wir auf das Naturschauspiel und schon bald kann man ihre Ankunft von Weitem hören. Lautes Schnattern schwirrt durch die morgendliche Luft und ganze Papageienschwärme nehmen in den umliegenden Bäumen Platz. Geschwätzig mischen sich auch Makaus unter die Schwärme, die zumeist in Paaren erscheinen und dank des guten Fernglases von uns beobachtet werden können. Leider wagt sich tatsächlich keiner der zu hunderten erschienenen Vögel letztlich zu den mineralhaltigen Felsen. Cleber erklärt dies mit einer Vorsicht vor eventuell bemerkten Feinden, da sich die Vögel an dieser Stelle sehr exponiert präsentieren. Dies trübt die Stimmung jedoch in keinem Maß, denn die Unberechenbarkeit der Natur ist schließlich das, was sie so faszinierend für uns macht.

Amazonas von oben

Zurück auf dem Gelände der Lodge gibt es erneut ein wirklich sehr leckeres und kreatives Frühstück, was keinen Wunsch offen lässt. Frisch gestärkt geht es für uns auf eine weitere Wanderung durch den Regenwald. Überall entdecke ich Neues und laufe wie ein kleines Kind am Weihnachtsabend mit großen Augen vorbei an mehrstöckigen Bäumen, die von unzählig vielen kleineren Pflanzen bewohnt werden. Lianen schlingen sich um ihren Stamm, eine Ameisenstraße bahnt sich einen Weg durch das Unterholz und ein bläulich schimmernder Schmetterling fliegt nur einen Wimpernschlag direkt vor meinen Augen. Der Weg ist matschig vom heftigen Regen der vorangegangenen Nacht und die Steigung ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur ganz schön schweißtreibend. Cleber nimmt auf alle Gruppenmitglieder Rücksicht und legt regelmäßige Pausen ein. Er scheint den Nationalpark und die darin heimische Flora und Fauna wie seine Westentasche zu kennen und weiht uns immer wieder in neue Geheimnisse dieses Ökosystems ein. Keine zwei Stunden später haben wir den Aussichtspunkt erreicht, der uns einen atemberaubenden Blick auf den Fluss Jakumama freigibt, der sich ganz entsprechen seines Namens – Mutter Schlange – durch den Regenwald zu schlängeln scheint. Auch auf dem Rückweg stoppt Cleber immer wieder und erklärt uns Neues und spannendes zu der ihm so vertrauten Flora und Fauna, die sich in ihrer Vielfältigkeit selbst zu übertreffen sucht.

Einmal Tarzan/ Jane spielen


Zurück an der Lodge nehmen wir ein heiß ersehntes Bad im angrenzenden Bach, dessen natürliche Pools eine willkommene Abkühlung bringen. Nach dem vorzüglichen Mittagessen teilt sich die Gruppe, denn das anstehende ZIP Lining erfordert kleinere Gruppen. Während wir uns auf den Weg zu der nahegelegenen ZIP Lining Anlage machen, entspannt der andere Teil der Gruppe in den Hängematten der Lodge. Nach nur fünf Minuten erreichen wir die erste Plattform und nach einer Sicherheitseinweisung geht es auch schon los. Wie ein(e) moderne(r) Tarzan/ Jane fliegen wir durch den dichten Regenwald und berauscht von Geschwindigkeit und puren Glücksgefühlen entfährt dem ein oder anderen der Gruppe sogar ein kleiner Urschrei. Neben dem Adrenalinkick ermöglicht das eigens von der Organisation gebaute ZIP Lining auch eine ganz neue Perspektive. Denn die Etage der Plattformen eröffnet uns eine ganz neue Welt. Von der letzten Plattform seilen wir uns schließlich wieder zurück auf den Boden ab. Schon ab der ersten Sekunde war mir klar, ich werde das Angebot Clebers einer Extrarunde auf jeden Fall annehmen. Was ein riesen Spaß!

Nachtwanderung


Am Abend heißt es dann erneut – Nachtwanderung. Ein weiteres Mal haben wir die Möglichkeit eine ganz neue Welt zu betreten. Denn scheint der Regenwald tagsüber schon vor Leben zu vibrieren, erwacht er nachts zu neuem Leben. Gespannt leuchten wir mit unseren Taschenlampen in jeden Winkel und entdecken unter Anderem eine Tarantel, giftige Frösche, Motten und viele weitere Insekten. Von überall sehen einen von dem Licht der Taschenlampe reflektierende Augen neugierig an, es raschelt und die Grillen geben ein wunderbares Konzert. Zum Abschluss machen wir ein Lagerfeuer und lassen den Tag gemeinsam bei einem Bier ausklingen.

Tag 4 – Rückweg mit Highlights


Am vierten Tag heißt es leider Abschied nehmen und wir machen uns zunächst mit dem Boot und dann mit dem Van auf den Rückweg. Alles ist auch heute top organisiert und geht reibungslos von Statten. Unterwegs wartet jedoch noch ein Highlight auf uns. Wir halten bei einer Sanctury, die verletzte Tiere oder Tiere, die über illegalen Wegen als Haustiere gehalten wurden und ausgewildert werden sollen, aufnimmt. Neben Affen und Makaus dürfen wir auch ein Faultier Junges aus nächster Nähe beobachten. Die Tiere sind so sehr an Menschen gewöhnt, dass die Affen die Nähe zu uns suchen, uns an die Hand nehmen oder auf unsere Schultern klettern – eine ganz besondere Erfahrung, die uns alle berührt.
Wohlbehalten und mit jeder Menge neuen Erlebnissen sowie Eindrücken im Gepäck, kommen wir um halb 6 Uhr wieder in Cusco an.

Fazit


Wir sind so froh, dass wir eine viertägige Tour mit Amazon Traveler gemacht haben! Sie ist definitiv ein absolutes Highlight auf unserer Südamerikareise und hat uns eine ganz neue, uns bis dahin fremde Welt eröffnet, die uns unglaublich fasziniert und nachhaltig beeindruckt hat. Die Vulnerabilität unserer Welt und ihrer vielfältigen Ökosysteme wurde uns wieder einmal eindrücklich vor Augen geführt! Die Tour mit Amazon Traveler war von vorne bis hinten hervorragend organisiert und geplant und unser Guide sowie der uns begleitende Koch haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Cleber ist ein fachlich unheimlich versierter Guide, der eine sehr angenehme und positive Art hat und dessen gute Laune ansteckend ist. Die täglich mit frischen und lokalen Zutaten gezauberten Gerichte waren vielfältig, gewährten einen Einblick in die regionale Küche und waren unheimlich lecker. Weiterführend waren die Unterkünfte komfortabel, sauber und wunderschön gelegen. Wie man unserem Bericht sicher entnehmen kann, sind wir von dem vielfältigen Programm begeistert, dass eine optimal Abwechslung zwischen Information, Sport und Adrenalin bietet. Wir würden jedem die Tour mit Amazon Traveller Peru in den Manu Nationalpark empfehlen!

(c)Amazon Peru Travellers Manu Nationalpark
(c)Amazon Peru Travellers Manu Nationalpark

Werbehinweis

Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Amazon Peru Travellers. Die Tour wurde uns für einen Produkttest kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Wir haben uns mit Amazon Peru Travellers auf eine 4-Tägige und unvergessliche Reise durch den Dschungel Perus gemacht. In diesem (Tag 1 & 2), wie einem weiterem (Tag 3 & 4) Artikel erzählen wir euch detailliert unsere Erfahrungen im Dschungel und mit dem Reisespezialisten aus Cusco.

Amazonas

Amazonas in Brasilien? Na klar, das wissen die Meisten. Aber es gibt noch so viele weitere Länder in Südamerika, in denen dieser gigantische Regenwald liegt. Der Ursprung des Amazonas Flusses befindet sich in Peru und rund 60% des Landes sind von dichtem Urwald bedeckt.

Manu Nationalparks

Eine der artenreichsten Regionen befinden sich im Süden Perus, genauer gesagt im Manu Nationalpark und Reserve. Der Nationalparks ist ein Paradies der Biodiversität und in ihm gedeihen über 15.000 Blumen- und Pflanzenarten.
Auch die Tierwelt ist beeindruckend. So kann man hier Riesenotter, Capybaras, Jaguare, Tapire, Faultiere, viele verschiedene Affenarten und über 200 weitere verschiedene Säugetiere entdecken. Gleichzeitig stellt der Park auch ein Paradies für Vogelbeobachtungen dar. Mehr als 1.000 der weltweit erfassten 9.700 Vogelarten leben im Manu National Park. Dieser wilde Teil des Amazonas ist etwa halb so groß wie die Schweiz und trotz des unglaublichen Artenreichtums gehen Forscher von noch zahlreichen weiteren unentdeckten Arten aus. Auch deshalb nennen ihn manche Forscher den vielleicht artenreichsten Nationalpark der Welt.

Start: Cusco

Das damalige Zentrum der Inkakultur Cusco ist eine wunderschöne Kolonialstadt mit einer lang zurückreichenden Geschichte. Die Stadt ist umgeben von Orten wie Machu Picchu oder Ollamtaytambo. Fährt man von der Bergstadt jedoch weiter in Richtung Osten, schlängelt sich die Straße durch Nebelwälder und eine weite, dicht bewachsene Tiefebene, dem Manu Nationalpark.

4 Tagestour mit Amazon Travellers Peru

Uns haben die Geschichten über den Nationalpark in ihren Bann gezogen und so wollten auch wir unsere erste Amazonas-Erfahrungen in dieser einzigartigen Region erleben. Amazon Peru Travellers in Cusco bietet verschiedene Touren von vier bis neun Tagen an. Bei denen man intensiv in das Dschungelabenteuer eintauchen kann. Für uns ging es auf die viertägige Exkursion.

Tag 1 – Nebelwald & Woolly-Affen

(c)Amazon_Peru_Travellers_Manu Nationalpark
(c)Amazon_Peru_Travellers_Manu Nationalpark

Früh morgens gegen 5 Uhr wurden wir von unserem gut gelaunten Guide „Cleber“ an unserem Hotel in Cusco abgeholt. In den kommenden vier Tagen war er unser zentraler Ansprechpartner und bildete mit dem Koch und Fahrer ein tolles Trio!
Unser erster Stopp auf der Reise zum Manu Nationalpark war eine traditionelle Bäckerei in Cusco, in der „Chuta“, ein riesiges, rundes und süßes Brot in einem gigantischen Ofen hergestellt wurde. Nach dieser Stärkung folgte ein leckeres Frühstück in Paucartambo, wo wir auch Kleinigkeiten, wie Ponchos oder Taschenlampen kaufen konnten.
Nach einer weiteren kurvenreichen, wie auch spektakulären Fahrt, erreichten wir an einem Pass schließlich den Manu Nationalpark. Nach einer kurzen Registrierung erklärte uns Cleber die Besonderheiten des Nationalparks mit seinem immensen Artenreichtum und zeigte uns die weitere Route auf.
Die zweite Hälfte des Tages verbrachten wir auf einer Gebirgsstraße durch den mystischen Nebelwald. Immer wieder hielten wir an, wanderten Abschnitte zu Fuß und hielten Ausschau nach den zahlreichen besonderen und bunten Vögeln wie auch Affen des Nationalparks. So entdeckten wir sich von Baum zu Baum schwingende Woolly-Affen. Sie sind die größten Affen im Nationalpark und die Einzigen, die auf bis zu 2000m Höhe leben können. Des Weiterem entdeckten wir viele exotische und bunte Vögel, darunter Maccaus und den Gallito de las Rocas, Perus seltenen Nationalvogel im orange-roten Federkleid.


Zum Abschluss des Tages übernachteten wir in einer schönen Lodge in Pillcopata, bei der wir uns im hauseigenen Pool abkühlen konnten. Abgerundet wurde der schöne Tag von einem phantastischen Abendessen.

Tag 2 – tiefer in den Dschungel

Am zweiten Tag endete nach einer kurzen Fahrt nach Atalaya vorerst unsere Busreise. Von nun an ging es mit dem Boot weiter. Unser Gepäck verladen, die Schwimmwesten angezogen und schon ging es durch die Strömungen des Rio Alto Madre de Dios (oder auch Jakumama) zur eigenen Lodge von Amazon Peru Travellers. Im Dschungel versteckt zeigte sich uns diese Oase bei strahlendem Sonnenschein. Die einfachen Hütten sind von unzähligen tropischen Fruchtbäumen umgeben und versprühen ein Gefühl vom Paradies – unsere Unterkunft für die kommenden zwei Nächte.


Dort angekommen, unternahmen wir zunächst eine einstündige Wanderung durch den Dschungel. Mein Highlight war hier neben weiteren Affen definitiv die grüne Viper. Diese hochgiftige, kleine Schlange war in ihren Tarnfarben kaum zu erkennen und entspannte seelenruhig neben dem Weg.
Anschließend fuhren wir mit dem Boot weiter flussaufwärts und wanderten zu einer paradisichen Lagune, von der aus wir ein Floß zur weiterfahrt nutzten. Auf der kurzen Floßfahrt hielten wir Ausschau nach Kapiwaras, die sich jedoch leider zu tief im Dschungel versteckten. Jedoch hielt auch dieser Dschungelabschnitt immer wieder weitere spannende Überraschungen, vor allem fedriger Natur, bereit. So hielten wir an, beobachteten Vögel mit dem Fernglas oder kletterten auf einen Beobachtungsturm, um uns eine fachkundige Erklärung von „Cleber“ zu den immer wieder neu entdeckten Vögeln anzuhören. Nachdem wir uns vom letzten Vogel, einer Eule, verabschiedeten, ging es mit dem Boot zurück zur Lodge.


Die kurze Entspannung in den Hängematten und ein leckeres Abendessen gaben uns neue Kraft für die letzte Tagesaktivität – eine Nachtwanderung. Hier entdeckten wir den Dschungel nochmal ganz neu. Die zahlreichen nachtaktiven Frösche, Spinnen, Insekten und Reptilien weckten unseren Entdeckerdrang und so leuchteten wir mit unseren Taschenlampen alle Blatter, Bäume und Büsche ab. Wir waren so begeistert von dem zu neuem Leben erwachten Regenwald, dass wir fast doppelt so lange wie geplant dafür brauchten.

Nachdem wir uns anschließend bereits in unsere Zimmer verabschiedet hatten, erschien das größte Tier der Tour direkt vor unserer Zimmertür. Ein Gast der Gruppe entdeckte es, weckte alle und wir konnten unseren Augen kaum glauben. Vor unserer Veranda stand ein verträumtes, niedlich daher schauendes Tapir. Es schien Freude an der Lodge und ihren zahlreichen tropischen Fruchtbäumen zu finden und ließ sich von uns nicht stören.

Zwischenfazit nach zwei Tagen

Das Zwischenfazit nach zwei Tagen fällt durchweg positiv aus. Die Stimmung in der achtköpfigen Gruppe ist sehr gut. Dies liegt einerseits daran, dass wir jeden Tag so viel Neues und Spannendes sehen, aber auch an dem kompetenten Guide, der jedes Tier zu kennen scheint, wie auch dem witzigen Koch, der uns mit fantastischem Essen (für uns ganz tolle vegetarische Alternativen) verwöhnt. Wir freuen uns auf die kommenden zwei Tage!

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