Wenn die Wandersaison langsam ausklingt und die ersten Nebelmorgen über den Garten ziehen, beginnt für viele eine ganz andere Art von Outdoor-Projekt. Der Oktober gehört zu den besten Monaten, um eine neue Hecke anzulegen.
Der Boden ist noch warm, die Herbstregen sorgen für Feuchtigkeit, und die Pflanzen haben bis zum Frühjahr genug Zeit, neue Wurzeln zu bilden. Wer dabei an etwas Langlebiges denkt, landet früher oder später bei der Eibe.
Sie wächst gemächlich, bleibt das ganze Jahr grün und bietet Vögeln Schutz, wenn draußen der Winter regiert.
Woher die richtigen Pflanzen kommen
Bevor der Spaten zum Einsatz kommt, lohnt sich ein Blick auf die Herkunft der Pflanzen. Eine Hecke soll Jahrzehnte stehen, deshalb zahlt sich gesunde Ware mit kräftigem Wurzelwerk aus.
In der niederländischen Familiengärtnerei von Heijnen pflanzen und pflegen inzwischen drei Generationen Hecken, Bäume und Sträucher. Seit 1976 werden dort Pflanzen gezogen, und viele Kundinnen und Kunden in Deutschland bestellen direkt aus der Gärtnerei nach Hause. Praktisch ist dabei, dass man die Lieferwoche selbst auswählen kann.
So lässt sich die Lieferung gut auf ein freies Wochenende legen, an dem ohnehin Gartenarbeit geplant ist.
Was die Eibe so besonders macht
Die Gemeine Eibe, botanisch Taxus baccata, ist eine heimische Konifere mit weichen, dunkelgrünen Nadeln. Anders als viele andere Heckenpflanzen verträgt sie Schatten erstaunlich gut. Das macht sie interessant für Grundstücke mit hohen Bäumen oder für die Nordseite des Hauses, wo Kirschlorbeer und Thuja oft schwächeln.
Ihr Wuchs ist ruhig. Taxus baccata legt pro Jahr etwa 20 bis 40 Zentimeter zu und wird in der Regel zweimal jährlich geschnitten. Sorten wie Taxus media ‚Hicksii‘ wachsen kompakter und gelten als winterhart bis etwa minus 26 Grad. Für schmale Beete oder als Akzent am Eingang gibt es Säuleneiben, die kaum Platz zur Seite beanspruchen. Wer es formal mag, greift zu Eibenkugeln, die sich wie kleine grüne Wolken in ein Beet setzen lassen.
Ein Pluspunkt, den Vogelfreunde schätzen: Die roten Scheinbeeren im Herbst locken Amseln und Drosseln an, und das dichte Nadelkleid wird gern als Nistplatz genutzt. Eine Eibenhecke ist damit mehr als ein Sichtschutz. Sie wird zu einem kleinen Lebensraum direkt vor der Terrasse.
Ein ehrlicher Hinweis für Hunde- und Familienhaushalte
So schön die Eibe ist, ihre Nadeln und Samen sind für Menschen und viele Tiere giftig. Nur der rote Samenmantel selbst gilt als unbedenklich, der Kern darin jedoch nicht.
Wer einen jungen Hund hat, der gern an allem knabbert, oder wer Pferde in der Nähe der Hecke hält, sollte den Standort mit Bedacht wählen. Schnittgut gehört nicht auf die Weide und nicht in Reichweite neugieriger Vierbeiner.
Bei Fragen zur Sicherheit von Haustieren ist die Tierarztpraxis die richtige Anlaufstelle. Mit etwas Umsicht steht einer Eibenhecke aber auch in einem Haushalt mit Hund nichts im Weg.
So gelingt das Pflanzen im Herbst
Die Vorbereitung entscheidet über den Erfolg. Zuerst sollte der Verlauf der Hecke mit einer Schnur markiert werden. Danach wird ein Graben ausgehoben, der etwa doppelt so breit ist wie der Wurzelballen. Die Eibe mag lockeren, gut durchlässigen Boden. Staunässe verträgt sie schlecht, deshalb hilft bei schwerem Lehmboden etwas Sand oder Kompost.
Je nach Pflanzengröße setzt man üblicherweise drei bis vier Eiben pro Meter. Kleinere Pflanzen stehen enger, größere etwas weiter auseinander.
Nach dem Einsetzen wird die Erde gut angedrückt und kräftig gewässert, auch wenn es draußen feucht und kühl ist. Eine Schicht Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt die jungen Wurzeln vor den ersten Frostnächten.
In den ersten Wochen braucht die neue Hecke regelmäßige Kontrolle. Trocknet der Boden an der Oberfläche aus, wird nachgegossen. Gedüngt wird erst im Frühjahr, wenn die Pflanzen wieder aktiv wachsen.
Worauf man bei der Auswahl achten sollte
Die wichtigste Frage betrifft die gewünschte Endhöhe. Eine niedrige Beeteinfassung braucht andere Pflanzen als ein mannshoher Sichtschutz an der Grundstücksgrenze. Wer schnell Privatsphäre möchte, startet mit größeren Exemplaren, muss dafür aber tiefer in die Tasche greifen. Geduldige Gärtner sparen mit jungen Pflanzen und freuen sich jedes Jahr über sichtbaren Zuwachs.
Auch die Lage spielt eine Rolle. Für schattige Ecken eignet sich die klassische Taxus baccata, für exponierte Plätze in rauen Mittelgebirgslagen die besonders frostharten Media-Sorten.
Wer online Eiben kaufen möchte, findet bei spezialisierten Gärtnereien meist alle diese Varianten mit Angaben zu Wuchsgeschwindigkeit, Schnittbedarf und Winterhärte. Das erleichtert den Vergleich und hilft, die passende Sorte für den eigenen Garten zu finden.
Pflege, die sich in Grenzen hält
Eine gut eingewachsene Eibenhecke ist erfreulich unkompliziert. Der Hauptschnitt erfolgt im Frühsommer, ein leichter Korrekturschnitt kann im Spätsommer folgen.
Weil die Eibe auch aus altem Holz wieder austreibt, verzeiht sie sogar einen kräftigen Rückschnitt, falls die Hecke einmal aus der Form geraten ist. Diese Eigenschaft haben nur wenige Nadelgehölze.
Wer seine Gartenschere nach dem Schnitt reinigt und Handschuhe trägt, ist auf der sicheren Seite. Das Schnittgut kommt in die Biotonne oder auf einen abgedeckten Kompost, fern von Tieren.
Ein Projekt für ruhige Herbsttage
Eine Hecke zu pflanzen ist keine Arbeit für einen Nachmittag, aber auch kein Großprojekt. Mit guter Vorbereitung, gesunden Pflanzen und etwas Geduld entsteht eine grüne Wand, die über Generationen bleiben kann.
Und wenn im nächsten Frühjahr die ersten hellgrünen Triebe erscheinen, während draußen die Wandersaison wieder beginnt, zeigt sich, dass sich die Arbeit an den kühlen Oktobertagen gelohnt hat.


