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8. März 2026 | Lesezeit ca. 4 Min.

Sicherheit für Eure Frühjahrstouren – Vier Tipps von Bergzeit

Wenn der Schnee langsam zurückgeht und die ersten Blumen am Wegesrand erscheinen, beginnt in den Bergen wieder die Wandersaison. Mit den ersten milden Tagen und dem spürbaren Erwachen der Natur zieht es zahlreiche Wanderer hinaus auf die Pfade und in die höheren Lagen.

Gerade im Frühjahr lohnt sich jedoch eine sorgfältige Planung. Die Bedingungen können sich schnell ändern und unterscheiden sich häufig deutlich von typischen Sommertouren. Vier Hinweise von Bergzeit und Willy Kravanja, zertifizierter Bergwanderführer und Produktspezialist bei Bergzeit, geben Orientierung für eine sichere Tourenplanung und die passende Ausrüstung.

1. Altschnee und Erwärmung im Blick behalten

Auch wenn viele Wege im Mittelgebirge und in den bayerischen Voralpen bereits gut begehbar wirken, können sich in nordseitigen Hängen, schattigen Rinnen oder Karen noch größere Altschneefelder halten. Diese bleiben teilweise bis in den späten Frühling – manchmal sogar bis Mai oder Juni – liegen.

Solche Schneefelder können beim Queren schnell zur Herausforderung werden. Schon ein kleiner Ausrutscher kann unangenehme Folgen haben. Zusätzlich steigt mit zunehmender Tageserwärmung die Gefahr von Nass- oder Gleitschneelawinen an steileren Hängen.

„Bei der Planung einer Tour sollte deshalb immer auch die Hangexposition berücksichtigt werden“, erklärt Bergwanderführer Willy Kravanja. „Gipfel mit südseitigem Aufstieg und moderater Höhe sind im Frühjahr oft die bessere Wahl. Stark durchfeuchtete Schneefelder sollte man möglichst umgehen – und wenn nötig lieber umkehren.“

2. Vorsicht bei Eis: Grödel oder Spikes einpacken

Besonders in den Morgenstunden oder in schattigen Waldabschnitten können Wege noch gefroren sein. Stellen, an denen im Sommer kleine Bäche verlaufen, verwandeln sich im Frühjahr häufig in mehrere Meter lange Eisflächen.

Ein Sturz auf vereistem Untergrund kann schnell zu Verletzungen führen – etwa Brüchen oder Kopfverletzungen. Ein Erste-Hilfe-Set gehört deshalb ohnehin in jeden Wanderrucksack.

Zusätzlich empfiehlt Willy Kravanja, für solche Situationen Grödel oder Spikes mitzunehmen. Die kleinen Steighilfen lassen sich schnell überziehen und sorgen auf glatten Passagen für deutlich mehr Halt.

3. Passendes Schuhwerk macht den Unterschied

Gerade im Frühjahr spielt die Qualität der Wanderschuhe eine entscheidende Rolle. Nasse Wurzeln, feuchte Felsen oder matschige Wege verlangen nach einer griffigen Sohle.

Bewährte Sohlen wie Vibram oder vergleichbare Entwicklungen etablierter Hersteller bieten guten Grip und zuverlässige Traktion – egal ob auf trockenem, feuchtem oder nassem Untergrund.

„Schuhe mit stark abgenutztem Profil oder einer verhärteten Gummisohle sind nicht ideal“, sagt Willy Kravanja. „Gerade auf nassen Wurzeln oder Felsen rutscht man damit deutlich schneller.“

Mit der Zeit härtet selbst hochwertige Gummisohle aus – oft schon nach rund fünf Jahren. Dadurch lässt der Grip spürbar nach. Beim Schuhwerk zu sparen, ist daher keine gute Idee.

Für Frühjahrstouren können außerdem halbhohe Mid-Cut-Wanderschuhe mit wasserdichter Membran sinnvoll sein. Modelle wie der adidas Terrex Anylander Mid R.RDY oder der Mammut Nova IV MID GTX bieten zusätzlichen Schutz: Der höhere Schaft verhindert, dass Schnee in den Schuh gelangt, während die Membran die Füße bei Matsch oder nassem Gras trocken hält.

4. Hardshell, Stirnlampe und Notfallausrüstung nicht vergessen

Auch wenn die Tage wieder länger werden, sollte man Frühjahrstouren nicht unterschätzen. Vereiste Passagen, Schneereste oder rutschige Abstiege können eine eigentlich kurze Wanderung schnell verlängern – manchmal bis in die Dämmerung.

Eine Stirnlampe gehört deshalb immer in den Rucksack. Kompakte Modelle wie die Petzl Bindi mit etwa 200 Lumen sind leicht, zuverlässig und wiegen mit rund 35 Gramm kaum etwas.

Darüber hinaus empfiehlt Willy Kravanja, stets eine wind- und wasserdichte Hardshelljacke sowie eine leichte Isolationsjacke mitzunehmen. Gerade im Frühjahr kann Wind oder eine unerwartete Pause schnell zu Auskühlung führen.

Zur sinnvollen Grundausstattung gehören außerdem:

  • eine Kopfbedeckung
  • Sonnencreme mit LSF 50+
  • eine Rettungsdecke oder ein Biwaksack

Denn auch im Frühjahr hat die Sonne in den Bergen bereits viel Kraft – und Wetterumschwünge können überraschend schnell eintreten.

Mit der richtigen Vorbereitung steht den ersten Touren des Jahres jedoch nichts im Weg. Wer die besonderen Bedingungen im Frühjahr berücksichtigt, erlebt die Berge oft von ihrer schönsten Seite: ruhige Wege, klare Luft und eine Landschaft, die gerade erst aus dem Winter erwacht.

Quelle: Geschwister Zack PR – PM Bergzeit


Petra Sobinger
petra.sobinger@be-outdoor.de
Alle Beiträge von Petra Sobinger | Website

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