Anzeige
17. September 2026 | Lesezeit ca. 6 Min.

Produkttest: Arc’teryx Lithos SL Klettergurt

Der Arc’teryx Lithos SL im Praxistest

Leichtes Gepäck ist beim Klettern eigentlich immer willkommen. Beim Sportklettern vielleicht nicht ganz so entscheidend, spätestens bei längeren Zustiegen und alpinen Touren macht sich aber jedes Gramm und vor allem jedes bisschen weniger Volumen im Rucksack bemerkbar. Genau hier setzt der Arc’teryx Lithos SL Klettergurt an.

Nachdem wir Euch den neuen Klettergurt bereits in unserem ersten Bericht vorgestellt haben, durfte er uns in den vergangenen Monaten bei ganz unterschiedlichen Kletterabenteuern begleiten. Getestet wurde der Lithos SL sowohl beim Sportklettern als auch bei einer alpinen Tour auf die Zsigmondyspitze im Zillertal.

Dabei konnte der minimalistische Klettergurt vor allem mit seinem geringen Gewicht, dem kleinen Packmaß und überraschend viel Komfort punkten.

Leicht und kompakt – weniger ist manchmal mehr

Was beim Lithos SL direkt auffällt: Im Vergleich zu einem klassischen Klettergurt ist er deutlich schlanker aufgebaut. Mit einem Gewicht von 275 Gramm und dem nur zwei Millimeter starken Hüftgurt lässt er sich klein zusammenlegen und verschwindet problemlos im Kletterrucksack.

Beim normalen Sportklettern ist das vor allem angenehm. Richtig bemerkbar macht sich der Unterschied aber dann, wenn ohnehin schon viel Ausrüstung mit muss.

Gerade bei längeren Zustiegen oder Touren im alpinen Terrain ist der Platz im Rucksack schnell begrenzt. Seil, Expressen, Sicherungsmaterial, Kleidung, Essen und Trinken wollen schließlich auch noch untergebracht werden. Hier gefällt uns der Lithos SL besonders gut. Er nimmt wenig Platz weg und bringt kaum zusätzliches Gewicht mit.Besonders praktisch ist das auch für Bike-and-Climb-Tage, an denen wir ohne Auto an den Fels anreisen.

Beim Sportklettern – viel Bewegungsfreiheit und überraschend bequem

Beim Klettern selbst fällt der Lithos SL vor allem dadurch positiv auf, dass man ihn kaum bemerkt. Der Gurt liegt nah am Körper an und bietet eine sehr gute Bewegungsfreiheit. Hohe Tritte, Eindrehen oder ausladendere Bewegungen werden durch den Gurt nicht eingeschränkt.

Gerade hier waren wir zunächst gespannt, wie komfortabel ein so dünner Klettergurt tatsächlich sein kann. Die Antwort nach mehreren Einsätzen: ziemlich komfortabel.

Arc’teryx setzt beim Lithos SL auf die sogenannte Warp Strength Technology. Dabei soll die Belastung möglichst gleichmäßig über die gesamte Breite des Gurtes verteilt werden. In der Praxis funktioniert das gut. Trotz des minimalistischen Aufbaus sitzt der Gurt angenehm und wir hatten weder beim Klettern noch beim längeren Sichern unangenehme Druckstellen. Auch beim Projektieren, wenn man häufiger im Gurt sitzt oder hängt, bleibt der Tragekomfort gut.

Alpiner Härtetest an der Zsigmondyspitze

Neben dem Sportklettern durfte der Lithos SL auch mit auf eine alpine Tour zur Zsigmondyspitze in den Zillertaler Alpen.

Der bekannte Kletterklassiker führt über den Südgrat und die Südwestwand auf den Gipfel und bietet klassische alpine plaisir Kletterei. Gerade für solche Unternehmungen ist leichtes und möglichst kompaktes Equipment Gold wert.

Hier konnte der Lithos SL seine Stärken voll ausspielen. Beim Zustieg verschwindet er klein im Rucksack und auch beim Klettern gefällt die gute Bewegungsfreiheit. Besonders wenn der Klettergurt nicht schon am Parkplatz angezogen wird, sondern erst nach einem längeren Zustieg zum Einsatz kommt, macht das geringe Packmaß einen echten Unterschied.

Allerdings zeigte sich bei der alpinen Nutzung auch ein Punkt, den man vor dem Kauf bedenken sollte.

Neues Größensystem – gute Passform mit einem kleinen Nachteil

Arc’teryx verzichtet beim Lithos SL auf klassisch verstellbare Beinschlaufen. Stattdessen gibt es sechs Hüftgurtgrößen, die jeweils mit zwei unterschiedlichen Beinschlaufenvarianten kombiniert werden können. Dadurch lässt sich bereits beim Kauf eine ziemlich genaue Passform auswählen.

Hat man die passende Kombination gefunden, sitzt der Gurt wirklich gut. Das System hat für uns allerdings auch einen Nachteil: Im Nachhinein lässt sich die Weite der Beinschlaufen nicht mehr spontan verändern.

Beim Sportklettern in dünner Kleidung ist das normalerweise kein Problem. Auf alpinen Touren kann es aber anders aussehen. Wird es kalt und unter der Kletterhose kommt noch eine zusätzliche Schicht dazu, wären individuell verstellbare Beinschlaufen praktisch. Auch wer einen Klettergurt gerne möglichst weit öffnet, um ihn mit Schuhen einfacher an- und auszuziehen, ist mit klassischen verstellbaren Beinschlaufen etwas flexibler.

Ein weiterer Punkt, der insbesondere für Frauen interessant sein kann, sind zyklusbedingte Gewichtsschwankungen. Je nachdem, wie eng die Beinschlaufen gewählt wurden, kann sich die Passform dadurch zeitweise etwas verändern. Bei einem verstellbaren Gurt lässt sich das schnell ausgleichen. Beim Lithos SL muss die gewählte Größe grundsätzlich passen.

Unser Tipp deshalb: Vor dem Kauf unbedingt genau auf die Größentabelle achten und den Gurt, wenn möglich, in der vorgesehenen Kleidung anprobieren.

Minimalistisch auch bei den Materialschlaufen

Gewicht spart Arc’teryx auch bei der Ausstattung. Der Lithos SL besitzt lediglich zwei vorgeformte Materialschlaufen. Laut Hersteller finden darauf ein kompletter Satz Expressschlingen und das notwendige Material fürs Sportklettern Platz. Für unseren Einsatz beim Sportklettern war das absolut ausreichend.

Wer jedoch regelmäßig mit viel zusätzlichem Sicherungsmaterial unterwegs ist, wird die klassischen vier Materialschlaufen eines Alpingurts möglicherweise vermissen. Friends, Keile, zusätzliche Karabiner, Bandschlingen und Expressen müssen schließlich irgendwo untergebracht werden.

Für das sportkletternd und alpine Touren mit überschaubarem Materialbedarf finden wir den Kompromiss aus reduziertem Gewicht und Ausstattung gelungen.

Bedienung – das neue Schnallendesign gefällt

Sehr gut gefällt uns die neue Schnalle am Hüftgurt. Sie lässt sich unkompliziert bedienen, sodass der Gurt schnell auf die passende Weite eingestellt ist. Auch optisch überzeugt der Lithos SL mit einem cleanen, technischen und hochwertigen Design, das gut zum minimalistischen Konzept passt.

Unser Fazit – Arc’teryx Lithos SL Klettergurt

Nach mehreren Monaten beim Sportklettern und im alpinen Einsatz hat uns der Arc’teryx Lithos SL vor allem durch seine Kombination aus geringem Gewicht und hohem Tragekomfort überzeugt.

Besonders gut gefällt uns, wie wenig Platz der Gurt im Rucksack benötigt. Wer viel mit leichtem Gepäck unterwegs ist, längere Zustiege bewältigt oder beim Projektieren ohnehin schon genug Ausrüstung zum Fels trägt, wird das schnell zu schätzen wissen.

Beim Klettern selbst bietet der Lithos SL viel Bewegungsfreiheit und ist trotz seiner sehr dünnen Konstruktion überraschend bequem.

Das minimalistische Konzept bringt aber auch Einschränkungen mit sich. Zwei Materialschlaufen sind nicht für jeden alpinen Einsatz ausreichend und die nicht verstellbaren Beinschlaufen bieten weniger Flexibilität. Wer hauptsächlich Sport klettert bekommt mit dem Arc’teryx Lithos SL aber einen sehr gelungenen, leichten und komfortablen Klettergurt.

Für uns ist er vor allem eines: ein richtig guter Kompromiss zwischen Minimalismus, Komfort und alpiner Vielseitigkeit.

Werbehinweis

Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit KMB Creative Network GmbH. Das vorgestellte Produkt wurde uns für einen Produkttest kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Verwandte Artikel

Erhalte unseren be-outdoor.de Newsletter

Jeden Sonntag neu - Die besten Outdoor-Tipp

Registriere dich für unseren kostenlosen Newsletter und verpasse keine Neuigkeiten mehr. Mit regelmäßigen Gewinnspielen und vielen tollen Outdoor-Tipps.