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Corona – Mitten im Winter… ist die Wintersaison vorbei

Und wie geht es nun weiter?

Corona hat die Welt fest im Griff. Ländergrenzen werden geschlossen und die Medienlandschaft scheint selber im Fieberwahn, denn einerseits sollen Medien versuchen aufzuklären und zu informieren, bzw. zu warnen, andererseits sollen sie keine Panik verbreiten.

Es lebe die Klickrate bei der Berichterstattung?

Schaut man sich allerdings die Schlagzeilen nicht weniger (Online-)Medien an, so bekommt man häufig den Eindruck, dass bei einschlägigen Medien und Portalen einfach nur die Schlagzeilen geändert werden, um Klickzahlen zu generieren, weil die Leser denken, es gibt News. Für die Online-Medien schießen sich die Klickraten ins Unendliche und die VG-Wort-Tantiemen werden für die meisten Redakteure richtig lohnenswert, da hier mit Panikmache das eigene Geldsackerl richtig gut gefüllt werden kann. Aber mit seriöser Berichterstattung hat dieses Vorgehen schon lange nichts mehr zu tun und sorgt bei vielen Lesern eher für Panik und Angst, statt Aufklärung.

Sicherlich ist die aktuelle Lage neben der medizinischen und wirtschaftlichen Problematik definitiv auch eine medienethische Herausforderung. Aber, in dem Moment, in dem alleine vor Ansteckungsgefahren wie zum Beispiel vor den Gefahren der Tröpfcheninfektion gewarnt wird, erzeugt man da nicht fast automatisch auch direkt Angst vor niesenden Mitmenschen. Prinzipiell soll sich der Mensch durch solche Warnung nur selber schützen, die Frage ist nur, ab wann verwandelt sich dieser Selbstschutz in die Verbreitung von Angst?

Hört man sich unter der Bevölkerung um, scheint sie zu schwanken zwischen:

  • „Das ist doch bloß Panikmache, davon lasse ich mich nicht anstecken“
  • „Um Gotteswillen wir werden alle sterben“ und
  •  vor allem zwischen jeder Menge Unsicherheit

Wie schlau ist das Virus?

Aber rührt die Unsicherheit, nicht leider in vielen Fällen daher, das die ersten Berichterstattungen aus China zwar wahre Horrorszenarien verbreitet haben, aber China war ja zunächst einmal weit weg. Mit der Verbreitung in Europa wurde die Verbreitung mit jedem Tag greifbarer. Aber trotzdem schienen Maßnahmen und  Anordnungen wie zum Beispiel Schulschließungen, Eventabsagen, etc. eher tröpfchenweise und keinesfalls mit Plan vor sich zu gehen. Denkt man einfach mal an sogenannte Ermunterungen wie „Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf weiteres“ abzusagen. Ist das Virus etwa so schlau, dass es sich bei Veranstaltungen mit bis 999 Teilnehmern bei einem Event nicht verbreiten und vermehren darf? Oder ist das Virus ein Fußballfan und wusste, dass es bei Fußballspielen niemanden anstecken darf? Ein Schelm wer Böses denkt, wie zum Beispiel, dass hier die Macht der Werbegelder eine nicht allzu kleine Rolle spielen könnte? Oder wissen wir bereits auch, dass das Virus evtl. keinen Wintersport mag, weshalb es besser ist, alle Lifte zu schließen und die Regionen und dortigen Wirtschaftszentren in eine Krise zu schicken?

Aber woran liegt die fehlende Richtungsgebung? An geballtem Nichtwissen oder an der Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen, aus Angst einen gutbezahlten Posten zu verlieren, falls diese Entscheidung doch evtl. falsch war?

Wo bleibt eigentlich die Eigenverantwortung des Einzelnen?

Und wie schaut es überhaupt mit ein wenig mehr Eigenverantwortung der Bürger aus? Die Medienberichte schüren und schüren, die Leute diskutieren und horten Nudeln und Klopapier, aber gehört es in so einer Situation nicht eigentlich zum eigenen Selbstverständnis (auch gepaart mit Rücksichtnahme auf die Mitmenschen), in manchen Situationen auf einen Besuch im Stadion oder in der Fußballkneipe & Co.einfach mal zu verzichten? Mit einer Lungen(vor-)erkrankung, Influenza, Masernerkrankung, etc. bleibt man auch daheim oder verzichtet auf den Besuch bei den Großeltern. Oder?

Keine Frage, eine solche Virusausbreitung sollte man zwar sicherlich ernst nehmen, aber ist man aus irgendeinem Grund gefährdet, oder hat organisatorische Herausforderungen vor sich für den „Fall der Fälle“, dann tut es nicht weh, bestimmte Dinge einfach  zu vermeiden. Denn davon ab, wir bewegen uns alle tagtäglich im Straßenverkehr, testen im Winterurlaub die neuesten Carver-Modelle oder trinken noch ein Schnapserl an der Après-Ski-Bar bevor es dann hinab ins Tal geht, geben uns den Adrenalin-Kick bei Extremsportarten die wir zum Geburtstag verschenken und u.v.m. Dabei kalkulieren wir eigentlich auch unser ganz persönliches Risiko und treffen Entscheidungen, oder?

Bye-Bye Weltwirtschaft – Bricht der Tourismus nun zusammen?

Laufen wir jetzt darauf hinaus, dass die Weltwirtschaft für 14 Tage und mehr geschlossen wird? Ist der Zusammenbruch, der dann Existenzen bedroht weniger risikoreich? Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise zum Beispiel eigentlich auf die Wirtschaft und den Tourismus? Der World Travel &Tourism Council (WTTC) untersucht seit 25 Jahren die ökonomische und soziale Wirkung der Tourismusbranche und veröffentlicht dazu regelmäßige Studien. So hat der globale Reise- und Tourismussektor zum Beispiel im Jahr 2018 zur globalen Wirtschaft mit 8,8 Billionen Dollar Einnahmen und circa 319 Millionen Jobs beigetragen. Im insgesamt achten Jahr in Folge lag das globale Wachstum der Tourismusbranche um rund 3,2 Prozent über dem globalen Wirtschaftswachstum (gemessen an BIPs).

Rund 10,4 Prozent der globalen wirtschaftlichen Aktivitäten wurden 2018 im Tourismus generiert, was circa 319 Millionen Jobs bedeutet, was widerum weltweit ungefähr jeden zehnten Job ausmacht. Die Tourismusbranche macht somit die am zweitstärksten wachsende Industriebranche weltweit aus und liegt knapp hinter der Fertigungswirtschaft (+4,0%) aber immerhin noch vor dem Gesundheitswesen (+3.1%), der Informationstechnologie (+1.7%) und den Finanzdienstleistungen (+1.7%)

Über die Abhängigkeit vom Tourismus

In Spanien zum Beispiel sind rund 13,5 Prozent aller Arbeitsplätze mit dem Tourismus verbunden. Auf den Kanarischen Inseln macht der Tourismus sogar rund 35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Rund 40 Prozent aller Jobs hängen generell am Tourismus und wenn man die Handwerker, Metzger, Fischer, etc. mit einberechnet ,dann macht der Tourismus sogar fast 80 Prozent der Wirtschaftsleistung der Kanaren aus.

Die britische Fluggesellschaft Flybe traf es als eine der ersten, das Unternehmen mit 2.000 Mitarbeitern musste Anfang März Insolvenz anmelden. Der Luftfahrtverband Iata rechnet mit weltweiten Umsatzeinbußen von bis zu 113 Milliarden Dollar, und viele Reiseveranstalter bieten aus purer Not inzwischen sogar an, dass Kunden ihre Pakete kostenlos stornieren können, wenn sie jetzt buchen, aber je nach der weiteren Entwicklung an Ostern, zu Pfingsten oder im Sommer doch vielleicht nicht mehr reisen möchten.

Quarantäne – Rechtslage in Deutschland

Und was bedeutet es überhaupt für den Einzelnen, und sein Recht auf persönliche Freiheit, wenn das Damokles-Schwert der Quarantäne droht? Quarantäne also „ein de facto Hausarrest zum Schutz der Allgemeinheit“ kann auch gegen den Willen der infizierten Person verhängt werden. Bei Widerspruch der/des Betroffenen kann die Entscheidung gerichtlich durchgesetzt werden. Und wer eine von offizieller Stelle verordnete Quarantäne nicht einhält, kann mit einer Geld- und sogar Freiheitsstrafe belangt werden.

Quarantäne wird – wenn nötig – von den örtlichen Gesundheitsämtern verhängt. Sie sind es auch, die je nach Faktenlage in den einzelnen Fällen über weitere Sicherheitsmaßnahmen entscheiden.

Corona – und wer geht mit dem Hund Gassi?

Gilt ein Hundebesitzer als sogenannte „infizierte Person“ und befindet sich in Quarantäne, dann betrifft diese auch ganz schnell die Haustiere. Entgegen so mancher reißerischen Schlagzeile sind Hunde vom aktuellen Virus (SARS-CoV-2) zwar nicht betroffen und können das Virus nicht übertragen. „Keine Ansteckungsgefahr durch Haustiere“. Aber auch die Hunde müssen in dieser Zeit versorgt werden und zum Beispiel Gassi gehen.

Wer das Bett verlassen kann und über einen eigenen Garten verfügt, kann sich selbst um seine Vierbeiner kümmern. Problematischer ist es, wenn man keinen Garten besitzt und/oder das Bett aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen kann – in solchen Fällen muss für Ersatz gesorgt werden!

Noch Zeit zum Schmunzeln – Satirepresse nimmt Corona aufs Korn

Immerhin ist der Humor noch nicht ganz verloren gegangen, denn auch Satiremagazine wie der Postillon und Die Tagespresse sorgen mit Artikeln wie „Wegen Corona: Bayerische Behörden raten vom Verteilen von Watschen ab…“ und „Ungleichheit immer größer: 1% der Bevölkerung besitzt bereits 90% des Klopapiers…

Unsere italienischen Nachbarn lassen sich ihre Zuversicht und gute Laune auch nicht ganz verderben:

Keine anderen Themen mehr in den News?

Und dann wären da natürlich eigentlich auch noch andere Nachrichtenthemen, wie zum Beispiel die Flüchtlingskonflikte an der griechisch-türkischen Grenze. Die Berichterstattung über den Corona-Virus ist buchstäblich explodiert und drängt alles andere mehr oder weniger an die Wand. Kritische Stimmen fragen sich bereits – kommt das Virus gerade recht, um von diesem Thema abzulenken oder ist der „Virus vor der eigenen Haustür“ einfach so beherrschend, dass das Elend anderer Menschen derartig in den Hintergrund rückt?

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Petra Sobinger

petra.sobinger@be-outdoor.de

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