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8. April 2018 | Lesezeit ca. 4 Min.

„Berchtesgaden gegen Plastikmüll“

Facebookgruppen und Communities gibt es viele. Auch in und rund um Berchtesgaden. Nun gibt es eine neue Gruppe, die in rasanter Zahl neue Mitglieder findet. Für BGLand24.de haben wir den Gründer interviewt:

„Ich bin den ganzen Plastikmüll einfach leid“, so Uli Schneider, der Gründer der Facebookgruppe „Berchtesgaden gegen Plastikmüll“. Und ergänzt: „Alleine Ostern war ich schon wieder echt entsetzt, wenn ich sehe, dass kleine Schokoladeneier in einer Hochglanzverpackung zusätzlich noch 2,3 Mal in buntes Plastik verpackt sind – was bitte soll das? Das muss endlich aufhören und jeder von uns kann beim Einkaufen für weniger Müll sorgen, den er produziert!“

Das Problem mit dem Plastik

„Im Jahr 2050 könnte dreimal mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische“, so schrieb der Online-Blog www.careelite.de , der das Care Elite Umweltschutzprojekt gegen Plastikmüll ins Leben gerufen hat. Aber auch viele andere Studien präsentieren erschreckende Statistiken. Wussten Sie, dass:

  • Jeder Deutsche jährlich im Durchschnitt rund 37 kg Plastikmüll nur aus Verpackungsmüll produziert?
  • Jährlich in Deutschland rund 6 Milliarden Plastik-Tüten verbraucht werden?
  • Die durchschnittliche Gebrauchsdauer für eine Plastiktüte in Deutschland bei rund 25 Minuten liegt?
  • Nur etwas 42% des Plastik-Mülls in Deutschland recycelt werden?

Berchtesgaden gegen Plastik

Am 12. März hatte der Berchtesgadener nun die Idee zu der Facebookgruppe „Berchtesgaden gegen Plastik“, mittlerweile hat sie schon knapp 500 Mitglieder. Die Mitgliederzahlen steigen täglich, und genauso steigen die Posts in die Höhe, die gepostet werden.

So finden sich zahlreiche Bilder und Video, von Unmengen von Plastikmüll, die im Atlantik schwimmen, Aber auch viele gute Ideen, wie jeder von uns den Plastikmüll und das „Zuviel an Plastikmüll“ oder generell Plastikmüll vermeiden kann. Vom „Coffee-to-Go-Becher“ der Bäckerei Neumeyer oder das wiederverwertbare „To-Go-Geschirr“, dass von den Betreibern Susi und Stefan Krauss vom Bauchgfui extra für ihre Kunden angeschafft wurde und nicht nur im Preis 1:1 abgegeben wird, sondern bei jeder Bestellung auf Wunsch auch gerne wieder neu befüllt wird, um Müll zu sparen.

Das ist das Ziel der neuen Facebook-Gruppe

„Ich möchte die Menschen wachrütteln. Jeder von uns kann bei sich selber anfangen. Ich möchte auch mit dem Einzelhandel Gespräche führen, welche Möglichkeiten es gibt, zum Beispiel mit eigenen Behältern Wurst und Käse von der Theke zu kaufen. Hier gibt es natürlich zahlreiche Hygienevorschriften, die der Einzelhandel einhalten muss, aber es gibt auch viele Möglichkeiten, wie man trotzdem auf jede Menge Müll verzichten kann.

Plogging – der neue Trend?

Und dann finden sich natürlich auch jede Menge lustige Videos, die aber trotzdem zum Nachdenken und vielleicht auch zum Nachmachen anregen sollen. So zum Beispiel über das „Plogging“, einem neuen Trend aus Schweden.

Das Wort „Plogging“ bedeutet „Plücken, Sammeln“, dabei treffen sich Jogger und gehen nicht nur ihrer sportlichen Betätigung nach, sondern sammeln nebenbei auch noch den Müll auf, den sie auf Straßen, Wegen und in Parks finden

CodeCheckApp

Nun – zugegebenermaßen, man kann auf vieles beim Einkauf achten, aber nicht nur die Verpackung ist nicht ganz ohne, auch die Inhaltsstoffe in unseren Lebensmitteln sind nicht immer ganz ohne. Aber in die Produkten hineinschauen um zu erfahren, was enthalten ist und was nicht – das ist schwierig bis unmöglich.

Einen Überblick sollen zwar die ganzen Inhaltsstoffe geben, die auf den Verpackungen angegeben sind, aber auch daraus wird man nicht wirklich schlau. Ein wenig Licht im „Dschungel der Inhaltsstoffe“ erhält man mit der CodeCheckApp, die einem per Handy die Inhaltsstoffe aufschlüsselt. Die App ist kostenfrei im Google PlayStore und im AppStore erhältlich.

„Mein Wunsch für die Zukunft“

„Wir leben hier in einer traumhaften Natur und Umgebung und mir ist bewusst, dass wir nicht die ganze Welt verändern können. Aber die Menschen kommen zu uns um hier Urlaub zu machen, eben weil es so schön ist und auch wir alle wohnen gerne in unserer wunderschönen Heimat. Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass unsere Enkel mal nicht sagen müssen, wegen Opa und Oma können wir vor lauter Plastik im Meer nicht mehr baden“, so Uli Schneider abschließend.

Plastikfrei – ein paar Links

Viele Bauernhöfe bieten mittlerweile an, direkt vor Ort zu kaufen, Lieferservices bringen die Waren nach Hause und auch der Einzelhandel versucht Zeichen zu setzen. Ein paar Adressen:
zerowastfamilie.de
Chiemgau-Kiste
Gruenkunft.de
Sauberkunst.de
Nimms lose – Plastikfrei Einkaufen in Rosenheim


Petra Sobinger
petra.sobinger@be-outdoor.de
Alle Beiträge von Petra Sobinger | Website

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