AktuellesAugust 2018BergeKinder und FamilieNewsObertauernÖsterreichReise- und AusflugszieleSommerUnsere LieblingsreisezieleUnterkünfte im Test

Obertauern Hotel Steiner: Aus dem Nähkästchen geplaudert

Sommerzeit ist Urlaubszeit

Und natürlich Familienzeit. In unserer Serie „Wenn der Vater mit dem Sohne…“ waren wir im ****S Hotel Steiner in Obertauern. Inhaber Thomas Steiner und sein Team haben uns nicht nur mit einer unvergleichlichen Herzlichkeit empfangen, sondern sich auch die Zeit zu einem Interview genommen.

 

Interview mit Thomas Steiner (****S Hotel Steiner, Obertauern)

Herr Steiner Zuerst einmal möchte ich mich herzlich im Namen der Redaktion von „be-outdoor.de“ dafür bedanken, dass Sie uns die Möglichkeit gegeben haben, Ihren Betrieb für unsere „Wenn der Vater mit dem Sohne“ Berichterstattung kennenzulernen.

Und zwar nicht, wie leider viel zu oft in der heutigen Zeit branchenüblich, oberflächlich und mit viel Bauchpinselei oder vordergründig geschmeicheltem „Geblende“, sondern mit viel authentischer Hingabe einen tiefen Blick in Ihr erfolgreiches Unternehmen zu erhalten. Und zwar sowohl in Ihren Hotelbetrieb, als auch in die Kulissen Ihrer Region Obertauern.

Wir würden zum Abschluss unseres 4-tägigen Aufenthalts gerne ein paar Fragen, an Sie stellen, die auch unseren Lesern einen tieferen Einblick in Ihr Lebenswerk ermöglichen und sind dankbar, dass Sie sich dazu bereit erklären, auf diesem Weg uns auch hinter Ihre persönlichen Kulissen blicken zu lassen.

Auf los geht`s los Frage 1: Wo geht die Reise hin?

In die Nachhaltigkeit des Erschaffenen. Wir feiern im kommenden Winter unser 50-jähriges Jubiläum unseres Familienbetriebs!!! Wir haben auf unserer Agenda des Hotel Steiner in den kommenden Jahren den Schwerpunkt eindeutig und ausschließlich darauf gelegt, nur in die nachhaltige Qualität zu investieren.

Im Bereich Wellness für die ganze Familie immer einen Schritt voraus zu sein, neue Wege für die ganze Familie so begleitend neu zu kreiren, dass sich sowohl die Stammgäste bei jedem neuen Aufenthalt an etwas neuem ( immer der Steiner-Phylosophie treu bleibend )und die neuen Gäste stets an dem gelebten Gefühl begeistern können, immer „up to date“ untergebracht zu sein.

Ihre 3 wichtigsten USP`s?

  • Gelebte Herzlichkeit
  • Unsere Mitarbeiter: für die heutige Zeit fast nicht mehr vor zu findender gelebter Team und damit Steiner Family –Spirit vom Spüler bis in die Führungsebene( was wir nur mit drei dicken Ausrufezeichen bestätigen können)
  • Das unser eigene – und die damit doch entscheidend verbundene etwas andere Form von „Familienangebot a la Steiner“

Family-Hotel, Erwachsenen-Hotel oder Sportlerhotel?

Das ist immer ganz individuell zu sehen und so sollte auch jeder Unternehmer in unserer Branche seinem ureigenen Spirit folgen. Nur so lässt sich aus meiner Sicht nachhaltig etwas authentisch umsetzen und auch der zu erstrebende Erfolg nachhaltig verwirklichen.

Auf der einen Seite ist eine Spezialisierung in der heutigen Zeit, wie ich glaube in unserer Region unumgänglich um nachhaltigen Erfolg zu haben, jedoch so finde ich sollte man immer einen gewissen Brückenschlag mit einbeziehen.

Eine Familie besteht schließlich nicht auch nur aus den Eltern sondern eben gerade auch aus den Kindern. Und da gibt es eben auch wieder z.B. sportfanatische – andere sind wieder mit anderen Angeboten zu begeistern. Das Große und Ganze der Familie gilt es aus unserer Sicht im Fokus zu haben und auch möglichst flächendeckend bedienen zu können. Das ist ein besonderes Credo, dass ich mir gesetzt habe.

Luxus oder Nachhaltigkeit?

Seit etwa 10 Jahren haben wir uns intensiv damit beschäftigt unseren traditionsverbundenen Familienbetrieb mit dem Schwerpunkt „Die ganze Familie“ nachhaltig zu etablieren und in unserer Region führend als treibende Kraft voran zu bringen. Dies führt aber nicht nur über den aufgesetzten Begriff eines Familiehotels zum Erfolg.

Da muss schon auch ein Zahnrad perfekt abgestimmt mit dem anderen ins vorgegebene Glied passen. u.a ein maßgebender Schwerpunkt ist unser eindeutiges Bekennen zur Regionalität diese zu leben und immer in allen Bereichen, mit den uns gegebenen Möglichkeiten zu unterstützen.

Unsere Speisen, unsere verwendeten und verarbeiteten Produkte stammen ausschließlich aus unserer heimatlichen Region. Von der Milch bis zum Fleisch. Vom verarbeiteten Holz bis zum Sennerkäse. Das regionale Produkt muss nachhaltig authentisch in jeglicher Form bei uns Bestandteil der Umsetzung sein.

Hier muss man in solch einem Talkessel zusammen halten und sich gegenseitig unterstützen – Ein Tal ein Traum!!! Gemeinsam authentisch stark – nur so konnte aus Obertauern werden was es ist und auch in Zukunft sein wird. Natürlich haben auch wir hier diverse Reibungspunkte.Immer immer wieder!!! Aber bisher haben wir es verstanden wie kaum eine andere Talregion, wenn es darauf ankommt, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und auch umzusetzen. Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Region.

Hotel – Familienbetrieb – Generationsbetrieb. Wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen, ohne dass jemand zu kurz kommt, vor allem die Familie?

Eine stete Herausforderung. Auch wir mussten hier lernen in der Hinsicht über große Stöcke und Steine zusammen zu wachsen. Reibungspunkte, verschiedene Ansichten, stete Neuorientierung bei sich neu stellenden Herausforderungen.

Man ist sich oftmals nicht einig und es gilt einfach die gemeinsame Schnittmenge zu erzielen, die es manchmal schier unmöglich scheint in die Tat, und das Tag täglich begleitende Leben umsetzen zu können. Aber eigentlich wollen wir doch alle nur das eine.

Als glückliche Familie, trotz aller Widerstände, Querelen und stets neuen Herausforderungen, uns gemeinsam als Familie leben zu können und das seit 50 Jahren existierende weiter zu bringen und authentisch zu leben. Wir haben uns unsere wichtigen und uns heiligen Familiezeiten und Auszeiten über die Jahre erschaffen.

Egal wie es der Betrieb erfordert, wir haben unsere fixen gemeinsamen Essenszeiten. Wir haben gemeinsame Zeit auch wenn sie in der Saison schwer umzusetzen waren am Anfang, die uns gehören. Den Kindern oder auch meiner Frau und mir.

Alles andere als leicht umzusetzen, aber umgesetzt ist auch dies mittlerweile Teil unserer gemeinsamen Kraft und unseres gemeinsam geschaffenen Erfolgs und Spirits.

Generationsbetrieb / Grand Dame / Junior Cheffin –  wer hat das sagen? Ist da nicht der Beziehungsstress vorprogrammiert?

Lachend: Wer hat das Sagen – hmmm meine Frau. Schmarrn – Wir gemeinsam! Kaum vorstellbar aber wahr! Auch hier mussten wir über Jahre lernen zusammen zu wachsen, was wirklich oft alles andere als leicht war (lachend zurückblickend).

Ich bin mehr federführend für das Einkaufscontrolling, die Bereiche des Service, der Küche, das Handling des Marketings und unsere Mitarbeiterpolitik verantwortlich. Der komplette Bereich des Empfangs, Booking, Rezeption, Housekeeping und viele weitere zuarbeitende Bereiche und Themen liegen überwiegend in den Händen meiner Frau.

Reibungspunkte und Diskussionen ja die gibt es auch bei uns. Aber wir arbeiten gemeinsam für uns und unsere Kinder und unsere gemeinsame Zukunft. Also trotz manchmals unterschiedlicher Anschauungen für unsere gemeinsame Sache.

Generationsbetrieb Nachfolger aus „Familienzwang“ oder weil schon immer der Wunsch war ebenfalls in die Fußstapfen zu treten?

Ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Ich war 19 als meine Mutter und Tante innerhalb eines Jahre verstarben. Ich wurde also als ganz junger Mensch so zu sagen in `s kalte Wasser geschmissen. Sozusagen Hop oder Top. Zum Glück waren meine Frau und ich zu der Zeit schon ein junges verliebtes Teenagerpaar – und es hielt!!! Wie wir das rückblickend alles geschafft haben ist mir noch heute 20 Jahre später manchmal ein Rätsel.

Heute haben wir glücklich zwei Kinder. Damals war meine Frau komplett branchenfremd, was sich bis heute als perfekt ergänzender, großer Vorteil erwiesen hat. Das haben wir manchmal in den ersten Jahren nicht gesehen und erkannt – heute umso mehr.

Neue Generation – was habt Ihr alles verändert? Was wollt Ihr verändern, bzw. kann man einen Generationenbetrieb überhaupt nachhaltig verändern?

Komplettes visionäre Umdenken ist wichtig! Einen 10-Jahres Plan zu Grunde legendes, Neu-Erscheinungsbild schaffen-wollendes Denken. Eine wirklich neue Qualitätsform schaffen-wollendes Denken kreieren und umsetzen. Eine wirklich ganz andere, neue Qualitätsform schaffen wollen.

Von 3 Sterne Niveau in wenigen Jahren zu regional führendem 4-Sterne S Anspruch und Qualität etablierendem Unternehmen entwickeln wollen und auch umsetzen. Das haben wir wirklich gemeinsam trotz aller von außen und uns selbst von innen manchmal erschwerenden Hindernissen gepackt. Darauf können wir wirklich stolz sein.

Was war die bisher beste Entscheidung und welche die am wenigsten funktioniert hat?

Das ist ja mal eine richtig coole Frage und auch irgendwie spannend. Mal nachdenken. Die Beste rückwirkend betrachtet: Das wir damals ein 15 Jahre Konzept erstellt haben. Immer der Familie treu – die Vision – die Familie ist alles! Anker und Wegweiser – manchmal auch über große ungeahnte Umwege.

Aber über Jahre betrachtet zum gemeinsamen Ziel führend. Bleib Deiner Linie treu. Verlasse nicht den gezeichneten Weg – auch wenn es manchmal so viel einfacher oder energiesparender und nur auf das Dir eigene Wohl bedacht vordergründig Einfachere wäre. Wenn sich die Wege teilen, führe Sie wieder zusammen und trenne sie nicht. Das sind alles weiter bringende Herausforderungen. Am Ende wird das Band immer fester und der Weg immer breiter und klarer.

Am Wenigsten: Thema Umbauten und bauliche Erweiterungen des Betriebs. Da sind wir doch leider das ein oder andere Mal richtig in`s verfettete Näpfchen gestiegen und haben auch viel Lehrgeld bezahlt. Aber auch hier heißt es dann: nicht zurück blicken und lamentieren wer was wann gemacht und gesagt hat. Nach vorne schauen und gemeinsam unbeirrbar nach vorn marschieren und der Vision folgen.

Sonst beraubt man sich der Energie, die gebündelt so viel bewirken kann und es bei uns ja auch tut.

Familie Steiner – ein Name im Talkessel wo geht es hin mit Obertauern / welche Visionen habt Ihr / wieviel Neid ist untereinander da? Wo seht Ihr Euch in 10 Jahren? Wo in 20 Jahren?

Innerhalb 10 Jahren zu perfektem Ganzjahres-Familienbetrieb avancieren. Unserem Konzept treu und nachhaltig folgend, als Vorreiter der Region, als Zwischen – Etappenziel nach den kommenden Jahren einen nachhaltig laufenden Ganzjahres-Familienbetrieb zu führen und zu betreiben.

In 20 Jahren sollten die Kinder genug rein gefühlt haben, wissen ob es auch Ihr Weg ist und gegebenenfalls übernehmen oder auch individuell sich ganz anders entwickeln und entfalten können. Aber in 20 Jahren ist eine Übergabe an die kommende Generation absolut Thema. Natürlich ist der Wunsch da, es von den Kindern weiter geführt zu wissen, aber jedes Kind sollte bitte auch ohne Fußfesseln das Gefühl und die Gewissheit haben, sich selbst verwirklichen zu können und zu dürfen.

Für Obertauern: Der Anspruch muss lauten: Obertauern zukünftig als eines der attraktivsten und führenden, sowie schneesichersten Gebiete im Winter, mit zusätzlich nachhaltigem Sommer und Herbst Tourismus zu etablieren! Neid spüren wir im Winter von so vielen Mitbewerbern anderer auch naheliegender Regionen, wobei wir in unser Region noch und ich betone „noch“ – manchmal im Sommer neidvoll auf den nachhaltigen Erfolg naheliegender, erfolgreicher Sommerurlaubsgebiete blicken.

In 20 Jahren – Perspektive: Übergabe falls Kinder wollen. Zug um Zug raus nehmen aus dem Betrieb. Den Kindern überlassen wenn der Sprung zu Ganzjahresbetrieb hoffentlich nachhaltig als Wegbereiter der Region geglückt ist.

Was macht die Familie Steiner als Familie in ihrer Freizeit?

Wandern, Skifahren, Golfen, Städtereisen da nur Kurzzeiturlaub aktuell möglich sind.

Wenn Du 1 Jahr Auszeit hättest, was würdest Du machen?

1 Jahr Auszeit? Unvorstellbar. Halt mich nicht für bescheuert aber: Mit meiner Frau alleine auf einer Alm Zweisamkeit leben und verbringen. Denn die kommt leider immer wieder zu kurz. Aber wir arbeiten dran.

Danke Thomas für die persönlichen Worte, das Gespräch und die letzten 4 Tage und vor Allem für die gelebte Herzlichkeit die Ihr uns in Eurem Refugium in Obertauern habt zukommen lassen.

Familienurlaub in Obertauern – Unser Tipps für Euch

Wenn der Vater mit dem Sohne – Urlaubspaß für die ganze Familie…

Wenn der Vater mit dem Sohne – Wanderung zum Johannes-Wasserfall…

Wenn der Vater mit dem Sohne – „Jedem sein Sommererlebnis“…

Unser Unterkunftstipp – das ****S Hotel Steiner in Obertauern

Text: Peter Juhre
Bildmaterial: Hotel Steiner

Schlagwörter
Mehr zeigen

Petra Sobinger

petra.sobinger@be-outdoor.de

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren

Close
Close