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Elefantentreffen mit der Vespa

62. Elefantentreffen 2018 in Thurmansbang-Solla

Das etwas andere Outdoor Abenteuer

Elefantentreffen im Bayerischen Wald.
Im Winter mit dem Motorrad fahren? Nicht unbedingt Jedermanns Sache! Kalt, Nass und Schmutzig sind nur ein paar wenige Bedingungen die auf dieses Vorhaben zutreffen aber…

Was ist das Elefantentreffen

Der Bundesverband der Motorradfahrer e.V. BVDM lädt jährlich und dieses mal zum 62 Mal bereits zum Elefantentreffen ein. Das Elefantentreffen ist das härteste Motorradtreffen der Welt und dieser Einladung folgen jedes Jahr sehr sehr viele Zweiradfahrer aus aller Herren Länder und der ganzen Welt. Zum 30ten Mal fand das Treffen nun schon in der Luftkurortgemeinde Thurmansbang im Bayerischen Wald statt.

Die Geschichte dahinter

  • 1956: Auf eine Anzeige des Motorradredakteurs „Klacks“ Ernst Leverkus treffen sich am ersten Januarwochenende bei Stuttgart an der Solitude-Rennstrecke etwa 20 Zündapp-KS-601-Gespanne. Es ist die Zeit der Kleinwagen und er will wissen, wer außer ihm noch mit so einem Motorrad im Winter unterwegs ist
  • 1957: Jetzt sind es bereits, und nur durch Mundpropaganda, 44 Zündapp-Gespanne. Von diesen auch wegen ihrer Kraft und Farbe ,,Grüner Elefant„ genannten Motorrädern erhielt das Treffen seinen Namen
  • 1958: Circa 200 Maschinen kommen nach Bad Dürkheim. Erstmalig sind auch Motorräder anderer Marken vertreten

Viele Jahre und viele Erlebnisse hat nun das Elefantentreffen schon auf den Schultern. Die Geschichte geht nun schon über 62 Jahre und ein Ende ist definitiv nicht in Sicht! Das Treffen war vielen Situationen ausgesetzt, wo es kurz vor dem Aus stand aber trotz Änderungen des Standortes durch die immer größeren Zahlen an Motorradfahrern von Bad Dürkheim nach Stadtoldendorf, Feldberg, Nürburgring, Salzburgring und nun bis in den Bayerischen Wald, wo es bis heute mit der Unterstützung vom Stock-Car-Club Solla stattfinden konnte.

Jedes Jahr zieht das Festival aufs Neue mehr und mehr Motorradfans zu diesem Treffen und der Strom bricht nicht ab. Das Elefantentreffen ist überaus beliebt und in den besten Jahren mit Besucherzahlen bis 10.000 Motorradfahrern aus aller Welt mit das größte und härteste Motorradtreffen auf der Welt! Die Regeln dahinter sind relativ simpel und leicht zu verstehen, aber es ist sehr wichtig, dass dieses Treffen ohne große Komplikationen über die Bühnen gehen kann!

Diese Regeln und Infos bekommt jeder Besucher gleich bei der Anmeldung gepaart mit der Geschichte, Storys, Wettbewerben und Spielen zum Elefantentreffen in einem Heft gebunden ausgehändigt!

Ab auf die Vespa und los geht es zum Motorradtreffen

Mit dieser Geschichte im Hinterkopf und der Lust auf Abenteuer hat sich Stefan Poerschke (unser Rallyefahrer, Schreiberling und Produkttester aus Freilassing) zum mittlerweile 6 mal auf den Weg gemacht. Allerdings nicht mit dem Auto oder warmen Zug, sondern zusammen mit seiner Freundin auf der Vespa 🙂

Ganz nach seinem Motto Normal ist Anders ging es am Mittwoch den 31.1.2018 nach der Nachbereitung der #DesertRallye2018 ans Packen von Camping Equipment, Vespa Teilen, Werkzeug und Warmer Kleidung. Durch das doch für Februar relativ verregnete Wetter war der Regenkombi in Neon-Grün unumgänglich. Kleidung, Camping-Equipment mit Zelt, Schlafsack, Kocher usw. will gut verpackt und verstaut werden. Das stellt sich bei einer Vespa doch schwieriger da als man denkt und dann auch noch mal Zwei!

Komplett Aufgepackt und warm eingepackt ging es dann Donnerstag los…

Regen im Winter ist nicht Fein

Wir starteten am Donnerstag früh in Freilassing unter leichtem Nieselregen, um über die knapp 170 km über Laufen, Oberndorf, Braunau am Inn rüber nach Simbach in Bayern und dann weiter Richtung Passau zu fahren. Im Laufe der Fahrt fanden wir uns schließlich im Starkregen bei zwei Grad wieder. Ab Passau ging es weiter in den schönen Bayerischen Wald bis nach Thurmansbang-Solla zu fahren um uns nass, kalt und schon ein wenig schmutzig im Hexenkessel von Solla-Loh beim 62-ten Elefantentreffen anzumelden. So bepackt und mit einer Vespa im Winter kann ich euch sagen, ist man das ultimative Fotomotiv auf der Landstraße von den Autofahrern.

Kurz den selbstgebauten Vespa-Spikereifen für den eisigen und matschigen Winter umgesteckt und angeschraubt und dann hindurch durch Eis und jede Menge Schlamm runter in den Kessel, wo bereits einige langjährige Freunde und Elefantentreffen-Kollegen warteten. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es ziemlich flott im Regen ans Zelt aufbauen. Hier hatte ich wieder das Glück das Abisko Dome von Fjällraeven testen zu dürfen, dass wir bereits auf einigen Touren dabei hatten. Ein Traumzelt für zwei Personen inklusive Gepäck! Mit zwei separaten Eingängen und Staufächern auf beiden Seiten sowie atmungsaktivem Innenzelt ist es im Sommer, wie im Winter ein toller und treuer Begleiter! Schnell aufgebaut und wasserfest bis hin zum Frost in der Nacht, es ist alles möglich!

Die richtige Ausrüstung zum Wintercamping

Nach dem Aufbau vom Zelt, verstauen vom Gepäck und allem was man aus dem Regen schaffen sollte, ging es dann erstmal ans Futter machen! Mit dem Primetech Stove von Primus und noch 2 Päckchen von Adventure Food von meiner #DesertRallye2018 war dies aber in null komma nichts geschehen und wir, Andrea und ich hatten eine warme Mahlzeit!

Ich muss euch sagen dass Andrea verständlicherweise nicht besonders amüsiert war im Regen bei knapp 0 Grad und im absoluten Matsch zu Zelten und im Freien drei Tage zu verbringen und zwar ohne jeglichen Standard und ohne warme Dusche oder Toilette :-/ aber sie ist einfach wahnsinnig hart im nehmen und wurde auch noch für ihr mitkommen belohnt aber dazu komme ich später noch 😉

Nach dem ersten Abend zusammen und der ersten Nacht im Zelt bei -5 Grad war das Aufstehen am nächsten Tag aus den leicht feuchten (durch die Atmungsfeuchtigkeit) Schlafsäcken in die noch eisige Kleidung eine echte Qual! Dieses Ritual am Morgen vom Tag ist weder erfrischend oder ähnliches, sondern einfach nur unangenehm aber man überlebt es! Augen zu und durch und anschließend möglichst schnell ans warme Lagerfeuer das man vor Ort glücklicherweise überall entzünden darf. Nach kurzer Kochzeit den warmen Tee und Kaffee in den Körper geschüttet und schon sieht die Welt wieder ganz anders aus!

Um noch ein wenig den Körper anzukurbeln hilft auch ein wenig Sport und so haben wir uns dann auch aufgemacht um das Gelände zu erkunden und die verrücktesten Bikes, Gespanne, Leute und selbstgebaute Motorräder und vieles mehr zu sehen. Aufgehalten wurden wir nur ganz freundlich mit zahlreichen Bieren, Glühweinen und allerhand anderer alkoholischer Getränke um den Körper und Geist warm zu machen 😉

Es ist immer wieder ein Wahnsinn wie dieses Treffen abläuft! Mehrere Tausende Motorradfahrer aus der ganzen Welt und jeder kommt mit jedem super klar! Ganz nach dem Motto „politikfreie Zone“ geht es hier nur um das Motorrad fahren und dieses Treffen unter Freunden und Familie!

Nach einem traumhaften und zum Glück trockenem Nachmittag mit ab und zu leichtem Schneefall ging es schließlich wieder zurück ans Lagerfeuer um mit unseren Freunden zu kochen. Mit der gusseisernen Pfanne kochen und das direkt über bzw. am Lagerfeuer. Chili con Carne, Rührei mit Speck oder auch Bohnen mit Zwiebeln und Speck und vieles mehr. Für mich ist das einfach klasse und lässt sogar den Rauchgeruch in so ziemlich jeder Kleidung ein wenig vergessen.

Der Ring aus dem Feuer

Mit unseren reichhaltigen Speisen am Feuer sitzend und Getränken in der Hand und einer Stimmung von sternenklarem Himmel, warmen Lagerfeuer, Freunden, Motorradduft und Lärm in der Luft und dem ein oder anderen Sänger mit Gitarre im Hintergrund, kommt doch bei dem einen oder anderen Benzin-Junky und Biker ein großes Gefühl von Romantik auf.

Ich genieße dieses Gefühl jedes Jahr aufs Neue sehr! Dieses Jahr aber noch um ein vieles mehr, weil ich meine Freundin Andrea dabei hatte und schon seit einiger Zeit ein Vorhaben im Kopf. Da bei mir aber das Motto „Normal ist Anders“ lautet und ich mein Leben ein wenig in der Hand habe und ich gerne alles anders mache wie es vielleicht die Vielzahl der Menschen machen würde, hatte ich mir schließlich einen wirklich tollen Moment rausgepickt, um nach reichlicher Überlegung die richtigen Worte und im Beisein meiner langjährigen Freunde schließlich vor meiner Freundin im Schlamm am Lagerfeur auf die Knie zu fallen und sie nach einer kleinen Rede (jeder der schon mal einen Antrag gemacht hat weiß dass man aus Nervosität so ziemlich alles vergisst, was man sich vorher überlegt hat 🙂 ) zu fragen, ob sie meine Frau werden will.

Willst du mich Heiraten?

Nach dieser Frage dachte ich in der kurzen Zeit bis zur Antwort über alles nach was sie mir jetzt vielleicht sagen würde… „Nein? Du Spinner fragst mich hier im Dreck?“ – „So nicht mein Freund?“ oder auch einfach „Leck mich am A….. ???“

Aber!!! Sie sagte JA! Ja … Sie will mich heiraten! Trotz Camping im Winter, Essen und Schlafen im nassen Dreck, meinen verrückten Vorhaben so ziemlich jedes Jahr. JA !!! Dieses kleine Wort mit so riesiger Wirkung. Ich war überglücklich und wir feierten diesen doch sehr außergewöhnlichen Antrag unter Freunden mit wiederum warmen Glühwein, Portwein aus Portugal und Gesang am jetzt noch schönerem und wärmerem Lagerfeuer bis tief in die Nacht hinein!
Ich musste ihr nur versprechen dass die Hochzeit in eine warme Jahreszeit und ohne Camping gelegt wird 🙂

Elefanten sind keine Schweine

Am Samstag früh morgens nach dieser doch spannenden Nacht am 62 Elefantentreffen aufgewacht, wurden wir nicht ganz so romantisch aber sehr amüsant mit schnarchenden und teils kotzenden Lauten aus der Nachbarschaft geweckt. Ja die Nacht war lange und feuchtfröhlich 😉 …

    Uns ging es allerdings sehr gut und auch die nassen und sehr kalten Klamotten waren ein wenig schneller angezogen. An diesem Samstag ging es allerdings nach dem Frühstück und heißen Getränken und kurzen Pausen am heißen Feuer ans Packen und das stellt sich im Freien noch ein wenig schwieriger da als in der warmen Garage.

    Alles ist Nass, Schmutzig und Eiskalt… Die Schlafsäcke und das Zelt passen nicht mehr so einfach in ihre doch sehr kleinen Packtaschen und auch der Schlamm macht es nicht gerade einfacher. Nichts desto trotz haben wir es geschafft und uns anschließend noch am Feuer aufgewärmt um anschließend die Heimreise über 170 km in Angriff zu nehmen.

    Bevor es allerdings ans Heimfahren geht wird erst noch der Platz rings um die Motorräder, Zelte und Partyplätze vom eigenen Müll befreit. Nur so kann ein so riesiges Treffen im Winter funktionieren, ohne dass es zu teuer wird wegen etwaiger Reinigungskosten. Gleich bei der Anmeldung bekommt jeder einen Müllsack der zu diesem Zweck dient und ich denke auch sehr gut funktioniert. Mann muss nicht einmal den Müllsack herum tragen sondern einfach ordentlich hinstellen und nach dem Treffen fährt ein Auto durch um alles aufzuladen.

    Echt Klasse! Bei der anschließenden Heimreise besteht die erste Schwierigkeit daraus mit Schlammigen Reifen auf den ersten Metern die Straße zu bewältigen und nicht samt Sack und Pack um zufallen. Die Kälte, die sich in die feuchten Klamotten schleicht sind noch dazu ein kleiner Minuspunkt an der Heimreise aber mit kleinen Stopps für warmen Kaffee oder was zu Essen ist das alles nur noch halb so schlimm!

    Ein voller Erfolg:

    Fazit: Das Resume aus unserem Elefantentreffen

    Dieses 62. Elefantentreffens im Bayerischen Wald war ganz klar wieder „TOP mit Sternchen“

    Freunde, Familie, Motorradfahrer aus der ganzen Welt die zum gemeinsamen Feiern kommen, das Zusammensein genießen und teils eine weit über 5000 km Anreise auf sich nehmen um bei diesem Treffen dabei zu sein und dann noch ein JA auf meinen Heiratsantrag beim Winter-Motorradtreffen.

    Einfach Klasse!
    Bei der Nachbereitung der Ausrüstung sollte man sich aber ein wenig mehr Zeit nehmen um die Feuchtigkeit, den Schmutz und den Feuergeruch heraus zu bekommen aber das ist für wahre Camper kein Problem 😉

    Ich freue mich schon aufs nächste Jahr auf dem Elefantentreffen!!! Andrea aber glaub ich hat aber erst einmal genug vom Wintercamping im Zelt 🙂

    Bis dahin wünsche ich euch allen eine gute und sichere Fahrt und einen tollen Start in die neue Saison für den Motorradsport und in die Outdoorzeit !!!

    Wir hören und lesen uns bei meinem nächsten Abenteuer …….

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