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Snowboard-Guide Teil IV – Der richtige Schuh

Welcher Schuh für welches Board und welchen Fahrer?

Auch diese Frage ist beim Snowboarden nicht ganz unwichtig, denn der Schuh beeinflusst die Kraftübertragung auf das Snowboard und somit auch die Reaktionsgeschwindigkeit. Grundsätzlich wird zwischen Softboots, Schalenschuhen und sogenannten Hardboots unterschieden. Für die unterschiedlichen Schuhe braucht man auch die jeweils passende Bindung.

Prinzipiell ist der Tragekomfort eines Softboots natürlich wesentlich höher als der eines Hardboots. Das liegt aber häufig eher daran, dass der Hardboot häufig nicht richtig passt. Ist der Hardboot auf den Fahrer perfekt zurecht geschäumt, dann ist beim Snowboarden auch ein Hardboot dementsprechend tragbar, häufig sogar angenehmer als bei einem eng geschlossenen Softboot. Ebenfalls berücksichtigt werden muss der Bindungswinkel. Hardboots eignen sich nicht für flache Bindungswinkel, da die Kraftübertragung in der Regel für eine Schrägstellung von 40° und mehr ausgelegt ist. Außerdem bieten Hardboots schon von Grund auf eine weitaus stärkere Vorlage als Softboots. Die feste Umklammerung des Beines kann bei untrainierten Fahrern wesentlich schneller zu Ermüdungserscheinungen führen.

Softboots

Wie der Name schon vermuten lässt, sind Softboots weicher als Hardboots. Allerdings gibt es verschiedene Härtevarianten. Je besser der Fahrer, desto härter ist in der Regel auch der Softboot zu dem er greift. Generell kann man sagen, dass Freestylefahrer sich eher für einen weicheren Boot entscheiden und Freerider für einen härteren Boot. Die weichen Softboots bieten mehr Bewegungsfreiraum für den Fuß und können aber trotzdem sicheren Halt bieten. Sie besitzen eine dicke, aber flexible Sohle und sind gut gepolstert. Softboots werden mit Softbindungen gefahren.

Außerdem gilt – je weicher der Boot, desto einfacher lässt sich das Board kontrollieren. Je härter der Boot, umso besser ist die Kraftübertragung. Softboots werden von zahlreichen Herstellern, wie zum Beispiel Burton, Head, etc. angeboten

Bei einigen Boots für die Step-In Bindungen ist das Highback im Boot integriert.

 

Hardboots

Hardboots ähneln auf den ersten Blick ganz normalen Skischuhen. Unterscheiden tun sie sich durch einen spitzeren Winkel hinsichtlich der Fuß- und Schienbein-Achse und einer dickeren Sohle. Die Sohle verjüngt sich trapezförmig von der Fußauflagefläche zum Snowboard hin, damit der Schuh bei steilerem Kanteneinsatz nicht den Schnee streift und der Fahrer stürzt. Hardboots werden hauptsächlich im alpinen Snowboardrennsport verwendet, da sie für eine direktere Kraftübertragung auf die Kanten des Snowboards sorgen. Da das Bein im Hardboot vor allem im Bereich des unteren Schienbeins sehr fest eingespannt ist, treten auch direktere Hebelwirkungskräfte in Erscheinung. Diese reduzieren den Kraftaufwand für die Kantensetzung.

Bis in die späten 1990er Jahre wurden Hardboots ebenfalls von diversen Snowboard-Marken wie Burton, Oxygen und Northwave angeboten. Da die Nachfrage aber weniger wurde und bis auf die Rennfahrer, die in der Regel Softboots bevorzugen, haben viele Hersteller die Produktion der Hardboots eingestellt.  Mittlerweile gibt es in Europa nur noch 3 Hersteller von Hardboots: Dee luxe (Raichle), Upz und Mountainslope (Northwave).

Die Schuhe von Dee luxe werden sehr oft von Hobbycarvern und  jungen Rennfahrern verwendet. Durch ihre Form und Härte sind sie fast für jeden Fuß und jedes Gewicht geeignet.  Auch sein günstiger Einstiegspreis macht den Schuh interessant für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Die Boots von Upz sind im mittleren Preissegment einzuordnen und sind eher für sportliche Fahrer, ob beim Carving oder im Rennsport, geeignet. Bei Upz kann der Rider zwischen verschiedenen Härten wählen. Der AT8 ist für den Freecarver etwas weicher und bequemer abgestimmt. Beim RC 12 gibt es zwei Varianten, den RC12 und den RCR. Beide Modelle sind eher im Rennsport zu Hause. Der RC 12 ist bei jungen Rennfahrern im Nachwuchsbereich zu finden. Die Profis aus dem Europacup und Weltcup setzen hier eher auf den RCR Boot. Diese Variante ist im Vergleich zum RC12 mit einer härteren Manschette und Zunge ausgestattet und gibt dadurch dem Profi mehr Stabilität und Sicherheit im „Run“ durch die Tore.

Der Mountainslope 951 Boot ist, wenn man in den Weltcup schaut, das Maß der Dinge. Es gibt fast keinen Rennfahrer der nicht auf die schwarz/gelben Schuhe aus der Schweiz steht.  Dieser Schuh  ist die Weiterentwicklung des alten Northwave 950 und wird seit der Saison 17/18 unter dem neuen Namen „Mountainslope 951 “ vertrieben. Auch dieser Hersteller hat zwei verschiedene Modelle, den 951 mit einem weicheren Flex und den 951 Worldcup mit einem harten Flex. Durch seine verschiedenen Einstell- möglichkeiten an dem Federsystem und den Zungenhärten kann jeder Racer sein individuelles Setup auf den Millimeter genau einstellen und verstellen.

Interessant ist auch zu beobachten, dass sich im asiatischen Raum in Sachen Hardboots einiges tut. In Europa eher noch selten zu sehen sind die G Style Boots aus Japan oder der S5 Hardboot aus Korea. Wir werden sehen, ob diese Schuhe den Weg nach Europa finden.

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