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Elena und Mateo auf Tour – Unser Reisetagebuch

Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien

 

Die Welt ist riesig – und wir sind neugierig und gerne in der Welt und vor allem in der Natur unterwegs. Deswegen haben wir uns für das Sommersemester zu einer ganz besonderen Tour entschlossen. Sieben Monate geht es quer durch Ost- und Zentralasien. Auf be-outdoor.de berichten wir regelmäßig – sofern uns das Internet gewogen ist über unsere Tour – unsere Erlebnisse und die Erfahrung mit den Testprodukten, die uns auf dieser Reise begleiten.

Fortbewegen werden wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, aber vor allem per Anhalter.

Elena und Mateo – unser Reisetagebuch

Herzlich Willkommen in unserem Reisetagebuch – Hier findet Ihr ab sofort unsere Updates zu unserer Reise. Die aktuellen Posts findet Ihr immer als Erstes. Wenn Ihr die Reise im zeitlichen Ablauf verfolgen wollt, dann scrollt nach unten und arbeitet Euch langsam nach oben – viel Spaß beim Lesen!

Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark

Tagebucheintrag No. 9 – 8. Mai
Per Anhalter ging es am nächsten Tag wieder ein paar Kilometer gen Hafen. Die letzten sieben Kilometer ging es über die Berge mit tollen Ausblicken in alle Richtungen. Wieder in Yeosu angekommen kontaktierte ich Mia, mit der ich zwei Tage zuvor per Anhalter gefahren bin, und übernachtete bei ihr und ihrem Mann im “Penthouse” im 20. Stock mit tollem Ausblick auf die Stadt und das Meer. Mia bekochte mich mit feinster koreanischer Küche und ausschließlich Zutaten aus ihrem eigenen Garten. Am nächsten Morgen half ich ihr noch ein wenig im Garten und reiste wieder weiter.

Reisetagebuch Elena und Mateo - Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo – Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo - Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo – Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo - Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo – Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo - Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo – Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo - Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo – Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo - Seoksan Nationalpark
Reisetagebuch Elena und Mateo – Seoksan Nationalpark

    Von Yeosu aus trampte ich entspannt und schnell mit einem älteren Koreaner erneut zum Jirisan Nationalpark zurück. Bei strahlendem Sonnenschein und ohne schweren Rucksack (ich konnte ihn an der Ranger-Station lassen) ging es wieder auf den Cheonwangbong Peak hinauf. Dieses Mal bot sich mir ein ganz anderes Panorama als wenige Tage zuvor. Anstatt Regen und Nebel konnte ich bei bestem Wetter einen atemberaubenden 360-Grad-Blick über die gesamte Bergkette genießen.

    Nun sollte es eigentlich langsam in Richtung Busan und dann nach Japan gehen. Bei Facebook sah ich jedoch, dass Liam ein Foto aus Südkorea postete. Vor etwa zwei Jahren sind Freunde und ich zum Fußball-Relegationsspiel der Würzburger Kickers in Duisburg gefahren. Auf einer Raststätte bei Köln lief der Australier Liam seit geraumer Zeit herum und versuchte per Anhalter nach Hamburg zu kommen. Hamburg war zwar nicht unser Ziel, wir boten ihm aber an mit uns nach Duisburg zu fahren, ein Ticket ließe sich dort sicher noch arrangieren. Dankend nahm Liam das Angebot an und wir machten uns auf den Weg zu seinem ersten Fußballspiel. Nachdem ich ihn nun zwei Jahre später anschrieb, offenbarte sich, dass er zur Zeit in Cheongju Englischlehrer ist. Obwohl es überhaupt nicht auf meinem Weg lag, machte ich mich erneut auf gen Norden. Insgesamt schlief ich drei Nächte bei ihm und unternahm tagsüber unter anderem Ausflüge zur Sangdangsanseong Fortress, zum Daecheogho See und nach Chaneon zur Independence Hall. Abends ging es dann meistens auf einen kleinen Berg in Cheongju und anschließend mit seinen Kollegen etwas Essen und Trinken. Am Wochenende fuhren wir gemeinsam mit seiner Freundin nach Tongyeong, erkundeten die tolle Natur des maritimen Nationalparks und tranken Unmengen an Soju und Makkoli. Obwohl wir uns ja eigentlich nur von einem Abend vor 2 Jahren kannten, haben wir uns hervorragend verstanden und surfen absolut auf derselben Wellenlänge. Es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben!

    Per Anhalter ging es von dort aus die letzte Strecke nach Busan. Hier wurde ich von meinem “Fahrer” erst einmal in die Mensa der Universität zum Mittagessen eingeladen und stapfte anschließend über die Weiten von Koreas größtem Fischmarkt. Am nächsten Tag ging es mit Dia, neben der ich auf dem Flug von Moskau nach Seoul saß, zu ihren Top acht Spots in Busan (unter anderem zum Songjeong und Haeundae Strand sowie zum Haedong Yonggung Tempel). Abends besuchte ich das Baseballspiel der Lotte Giants Busan gegen die Daegu Samsung Lions. Koreas Sport Nummer eins konnte mich in der über vier Stunden dauernden Partie eher weniger überzeugen, es war jedoch trotzdem spaßig den zahlreichen Koreanern zuzugucken, wie sie ihr Team anfeuerten und ununterbrochen aßen und sich betranken. Busan ist eine absolut coole Stadt, die mir glaube ich sogar ein wenig besser als Seoul gefällt. Nach einer zweiten Nacht Wild-Zelten in den zahlreichen Bergen von Koreas zweitgrößter Metropole geht es jetzt mit der Fähre nach Fukuoka (Japan).
    Zurückblickend lässt sich sagen, dass ich absolut blauäugig nach Korea geflogen bin und absolut keine Ahnung von dem Land, meiner dortigen Aufenthaltsdauer und meiner Reiseroute hatte. Aber genau so war es perfekt. Die Route hat sich irgendwie ergeben und offenbarte mir überragendes Essen, unheimlich herzliche Koreaner, tolle Natur und Städte. Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit und kann Korea als Reiseland für jede Form von Touristen absolut empfehlen. In tollen drei Wochen bin ich mit insgesamt 25 verschiedenen Autos per Anhalter gefahren und muss trotz den Zweifeln vieler Koreaner sagen, dass per Anhalter zu fahren hier absolut super funktioniert und mir besondere Erlebnisse bereitete.

    So schön Korea auch war, so sehr freue ich mich auf das nächste Reiseland. In fast drei Monaten möchte ich Japan von der südlichen Insel Kyushu bis in den wilden Norden Hokkaidos erkunden.

     

    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo - Nagasaki
    Reisetagebuch Elena und Mateo – Nagasaki

      In Japan angekommen begrüßte mich zunächst ein atemberaubender Sonnenuntergang am Hafen. Nach einer Nacht im Hostel machte ich mich auf nach Nagasaki. Anfangs wirkte das alles noch etwas schwierig aus Fukuoka heraus zu kommen und in dieser großen Stadt erst einmal einen Startpunkt zu finden, an dem man sich hinstellen kann. Mein Plan war es mit dem Zug eine Haltestelle gen Süd-Fukuoka zu fahren und dann zu Fuß zum Highway zu gehen. Am Süd-Bahnhof angekommen, sprach mich eine Frau mit ihren zwei kleinen Kindern an, wo ich hin möchte und ich erklärte ihr meinen Plan. Mit ihren geringen Englischkenntnissen erklärte sie mir, dass sie ein Auto hat und mich zum Highway fahren kann. Das Angebot nahm ich gerne an. Sie stoppte jedoch nicht am Highway, sondern fuhr mich fast die gesamte unglaublich schöne Strecke über die Berge nach Saga. Mit drei weiteren Autos erreichte ich nun abends Nagasaki. Nach einem Abendessen und einem Bier am Hafen aus dem 24-Stunden-Shop wanderte ich noch auf den Berg Inasa-Yama hinauf. Von hier aus soll man einen tollen Ausblick über Nagasaki haben, vor allem Nachts. Nach über zwei Stunden erreichte ich den Gipfel, auf den man auch mit dem Auto hinauf fahren konnte. Dort suchten einige Japaner mit Taschenlampen den Boden und das Auto nach dem verloren gegangenen Autoschlüssel ab. Die Taschenlampe der Wakawaka PowerBank lässt sich fast auf scheinwerferstärke einstellen und so suchte ich mit ihnen über eine Stunde nach dem Schlüssel bis wir ihn schließlich fanden. Mit drei Leuten ging ich noch auf das Observatorium hinauf und bestaunte den tollen Blick über Nagasaki. Es folgte ein Google-Übersetzer-Gespräch über zwei Stunden bis tief in die Nacht hinein. So entschloss ich anschließend mein Zelt auf dem Observatorium aufzuschlagen und am nächsten Morgen früh für den Sonnenaufgang aufzustehen.

      Einige Stunden später standen zwei Typen vor meinem Zelt und riefen “Good morning”. Ich rief aus dem Zelt “Good morning” und wollte weiter schlafen, da es drei Uhr nachts war. Nach einem erneuten “Good morning”-Ruf von draußen öffnete ich mein Zelt und erspähte meine neuen Freunde, mit denen ich mich den ganzen Abend unterhalten hatte. Diese hatten einige Geschenke für mich dabei. Neben einem heißen Kaffee gab es Schokoriegel, einen Cheeseburger, einen Hot-Dog, Bier, Käsekuchen und Instant-Nudeln (zum Frühstück). Wir unterhielten uns noch ein wenig, hörten Takao’s Lieblingskünstler Michael Jackson und dann machten die beiden sich wieder auf den Weg. Sie entschuldigten sich zigfach, dass sie mich geweckt haben. Dabei war ich unglaublich glücklich und froh über diese Gastfreundlichkeit und konnte kaum fassen, was mir hier passiert ist.

      Am nächsten Morgen stand ich zeitig auf und genoss einen tollen Sonnenaufgang über Nagasakis Dächern. Mittags machte ich eine Tour zur “Battleship”-Insel. Auf dieser kleinen Insel wurde einst die höchste Bevölkerungsdichte pro Quadratmeter auf der Welt gemessen. Zeitweise lebten hier über 5000 Menschen, die Kohle und Öl für den Mitshubishi-Konzern abbauten. Nachdem die Mine 1974 geschlossen wurde gab es keine Arbeit mehr auf der Insel und alle Bewohner verließen diese umgehend und ließen teilweise Möbel und verschiedenes zurück. Die halb-zerfallene “Geisterinsel”, die die Form eines Kriegsschiffes hat, war interessant zu besichtigen. Leider umfasst mein Japanisch lediglich einen Wortschatz von etwa fünf Wörtern, sodass ich unseren Guide, der selbst auf der Insel gewohnt hat, und seinen Geschichten nicht folgen konnte. Für Nicht-Japaner gab es jedoch ein Headset, was über die Geschichte der Insel berichtete.

      Am darauffolgenden Tag befasste ich mich mit der tragischen Geschichte Nagasakis. Am 09.08.1945 ließ der amerikanische Bomber “Bock’s Car” nur drei Tage nach dem Anschlag auf Hiroshima eine zweite Atombombe nieder. Während das eigentliche Ziel Kokura auf Grund der Sichtverhältnisse nicht bombardiert werden konnte, entschied sich der Pilot für das Zweitziel Nagasaki, da hier zahlreiche Kriegsschiffe hergestellt wurden. Fast 75.000 Menschen und etwa ebenso viele Verletzte zählen zu den Opfern dieses Angriffes. Eindrucksvoll berichten darüber der “Peace Park”, das “Atomic Bomb Museum” und die “Memorial Hall” von Nagasaki.

      Am selbigen Tag fuhr ich noch weiter nach Aino, wo mich meine Zweitageswanderung im Unzen-Amadake-Nationalpark begann. Mein überaus nette Mitfahrgelegenheit sagte mir, dass er Zeit hat und mich zum Anfang der Wanderung fahren kann. Also ging es über den Adumadake, den Kusenbudake, dem Kunimidake, dem Tateiwa-no-mine und dem Fugendake bis zum Dorf “Unzen”. Der Weg auf den ersten Berg war sehr beschwerlich, da halb zugewachsen und ich glaube, dass dieser seit langer Zeit von niemandem mehr gegangen wurde. Immer wieder blieb ich mit meinem Gesicht oder Rucksack irgendwo hängen oder durchstreifte ein Spinnennetz. So war ich froh, als ich bei Einbruch der Dunkelheit mein Zelt auf dem Adumadake aufschlagen konnte.

      Der Abschnitt am nächsten Tag war deutlich angenehmer und ich hatte atemberaubende Aussichte über das Berg- und Vulkanmassiv sowie den dampfenden Vulkan Unzendake. Die Wanderung war ein ständiges auf und ab und ich war total erschöpft, als ich nach den über 3000 Höhenmetern abends endlich in Unzen ankam. Hier gibt es zahlreiche heiße Quellen und im gesamten Dorf qualmt und dampft es an zahlreichen Stellen. Hier wollte ich mich mit den berühmten Onsen von Unzen belohnen und fragte einen Japaner bei der großen Auswahl nach günstigen Onsen. Dieser beschrieb mir welche und ich machte mich auf den Weg. Nach kurzer Zeit kam er herbei gelaufen und sagte, dass er noch ein Ticket übrig hat und ich doch mit ihm in die Onsen hier gehen soll. Er beschrieb sie als die besten Onsen in Kyushu und fährt jeden Monat nur deswegen einmal aus Kumamoto hierher. Das Angebot nahm ich gerne an und genoß die Entspannung im blubbernden Wasser. Hier gab es Onsen im Bad, von denen man durch eine Panorama-Glasscheibe auf die Berge gucken konnte. Draußen war ein japanischer Garten mit weiteren heißen, natürlichen Onsen angelegt. Ein absoluter Traum!

      Nach einer weiteren Nacht im Zelt ging es mit der Fähre nach Kumamoto, um die berühmte Samurai-Burg zu besichtigen. Dort angekommen sah ich die Burg, die in meinem Reiseführer (2012) als schönste Japans beschrieben wurde. Dieser ist jedoch leider zu alt, um darüber Bescheid zu wissen, dass diese bei dem Erdbeben vor zwei Jahren (etwa 50 Tote) stark zerstört wurde und nicht besichtigt werden kann. So versuchte ich am selben Tag noch weiter in Richtung Kirishima-Nationalpark zu fahren und schaffte es sogar bis nach Hitoyoshi. Dabei fuhr ich mit einem witzigen Japaner von Yatsushiro über die unglaublich schöne Straße 219 (Maut-frei) entlang eines Flusses, der durch die Schlucht eines Bergmassivs.

      Der nächste Tag war nicht berauschend. Es regnete durchgehend in Strömen. So verbrachte ich den Großteil des Tages in einem Aufenthaltsraum eines Elektronikhandels und widmete mich meinem Buch. Am frühen Abend wagte ich es dann doch bis zu einer Überdachung und fuhr bis Maruo, wo es ein Hostel geben sollte. Dies war jedoch leider nicht so. Die Inhaberin eines luxuriösen Hotels, in dem ich nach dem Hostel fragte, machte mir jedoch das Angebot zum Hostel-Preis im Hotel zu übernachten. Hier hatte ich sogar meine eigenen Onsen auf dem Balkon. Abends trank ich noch mit dem Küchenchef, mit dem ich mich in der Lobby unterhalten habe, ein paar Bier und aß zu Abend.
      Am Folgetag ging es bei tollem Wetter zuerst zum nahegelegenen Wasserfall und anschließend auf den Vulkan Takachihono mine (1573m) im Kirishima Nationalpark. Im Nationalpark kam es in letzter Zeit zu zahlreichen Vulkanausbrüchen, weshalb fast alle Wanderwege gesperrt waren. Der Weg auf den Takachihono war der Einzige, der offen war. Von hier aus boten sich mir atemberaubende Ausblicke über die Berge, Seen und rauchenden Vulkane.

      Auf dem Gipfel und dem Weg hinunter kam ich mit einem Japaner ins Gespräch. Dieser wohnte in der Nähe des Vulkans Sakurajima und bot mir an mich mitzunehmen. Zuerst ging es jedoch in die lokalen Onsen. Anschließend lud er mich zum Essen bei sich und seiner Frau ein. Hier gab es zahlreiche Köstlichkeiten aus der Region und auch Essen, das nicht so ganz mein Geschmack war. So probierte ich auch das rohe Huhn, eine Spezialität in der Präfektur Kagishima. Nach zahlreichen Bieren und reichlich Shochu übernachtete ich bei ihnen im Wohnzimmer. Am nächsten Morgen fuhr er mich sichtlich verkatert zu einem Aussichtspunkt am Sakurajima, wo ich es mir in den Fuß-Onsen bequem machte. In einer Tüte hat er mir noch zahlreiche Sachen zum Essen mitgegeben, die ich nun genüsslich verspeiste.

      Weiter ging es mit einem Japaner der mich zu jeglichen Aussichtspunkten vom Sakurajima fuhr. Bei diesem Vulkan handelt es sich um einen der berühmtesten und am meisten gefürchtetsten Vulkanen Japans. Er gehört zu den aktivsten der Welt und qualmt permanent. Im Besucherzentrum gibt es eine Tafel, die die Anzahl der Ausbrüche dokumentiert. Alleine dieses Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 116 Ausbrüche, davon alleine drei am Vortag. Die Straßen sind hier fast dauerhaft mit Vulkanasche bedeckt. Als ich dort war brach er ebenfalls aus. Dies ist für die Bevölkerung jedoch kein Grund zur Sorge. Dann werden halt die Bauarbeiterhelme aufgesetzt und die Regenschirme gegen die herunterregnende Vulkanasche aufgespannt. Nach der kurzen Fährüberfahrt nach Kagoshima nahm ich abends das Containerschiff “Hibiscus” auf die Insel Yakushima, die ich am nächsten Morgen erreichte. Im Gegensatz zu den Japanern, die ihre Wanderungen vorzugsweise nach einer Fahrt mit dem Sessellift oder die Hälfte des Berges mit dem Auto hinauf fuhren, begann ich meine Inselüberquerung am Meer in Kusugawa.

      Am ersten Tag ging es durch den Zauberwald mit zahlreichen riesigen japanischen Zypressen hinauf bis auf 1300m zu einer Schutzhütte. Dabei erhielt ich tolle Ausblicke über die Bergkette und bekam gelegentlich Besuch von einigen Affen. Am nächsten Tag ging es weiter durch den Regenwald, Berg auf und ab, bis ich schließlich den Miyanoura-dake, den höchsten Berg Süd-Japans (1936m) erreichte. Der Panoramaausblick war überwältigend und jede Schweißperle wert. Über einige weitere Gipfel ging es auf der anderen Seite der Insel bergab. An einer großen Kreuzung hing ein rotes Band zwischen dem Eingang meines letzten Abschnittes, was wohl soviel bedeuten sollte, wie der Wanderweg ist gesperrt. Ich hatte jedoch keine Lust die Touristenroute zu gehen und anschließend den Bus hinunter zum Strand. Also entschied ich mich diesen gesperrten Abschnitt trotzdem zu gehen, so schlimm wird es schon nicht sein. Ich war erstaunt, dass nach einer Weile ein Schild am Baum hing, welches meinen Zielort in 19 Kilometern ausschrieb. So langsam kam es mir vor, dass es doch etwas eng werden könnte heute noch die so heiß ersehnten Onsen zu erreichen. Ich versuchte es jedoch trotzdem und zog mein Tempo an. Der Weg war sehr schlecht markiert, was alles deutlich erschwerte. Das größte Problem war jedoch, dass ich alle paar Meter über umgestürzte Bäume klettern, an Felsen entlang kraxeln musste und immer wieder mit meinem Rucksack an Ästen, Bäumen und Gestrüpp hängen blieb. So schaffte ich auf den ersten acht Kilometern bei aller Mühe nur etwa 1,5 Kilometer pro Stunde. Die Onsen rückten also in weite Ferne.

      Die letzten zehn Kilometer des “Yudomari Trails” führten laut meiner Offline-Map an einer Straße entlang. So sehr ich mich freute, endlich an dieser Straße zu sein, musste ich bemerkten, dass diese Straße wohl seit einigen Jahrzehnten nicht mehr benutzbar ist. Immer wieder kam ich zu Hindernissen, an denen die verwilderte “Straße” von einem Fluss weggespült wurde, von einem Hangrutsch verschüttet war oder weggebrochen war. Mit der Hilfe der Taschenlampe der WakaWaka Powerbank machte ich mich trotzdem auf den Weg durch die Nacht. Gegen 22 Uhr erreichte ich einen Abschnitt, wo die Straße komplett weggebrochen war und der mir bei der Dunkelheit zu gefährlich zu passieren schien. So schlug ich also lediglich drei Kilometer vor den Onsen erschöpft mein Zelt auf und meisterte das Hindernis am nächsten Tag. Nach einem ausgiebigen Frühstückseinkauf im kleinen Supermarkt des Dorfes verfrachtete ich meinen geschundenen Körper in die Kaichu Onsen, die ich für die nächsten zwei Stunden nicht mehr verließ.

      Diese natürlichen Onsen liegen in den Felsen am Meer und sind lediglich bei Ebbe zugänglich (ich hatte Glück). Mit einer kleinen japanischen Familie ging es nun weiter zu dem tollen Okawa-no-taki Wasserfällen. Den Rest des Tages verbrachte ich am traumhaften Sandstrand von Nagata. Hier ging ich das erste Mal dieses Jahr im Meer schwimmen und holte mir bei über 25 Grad auch gleich meinen ersten Sonnenbrand. Mit meinen Handtuchnachbarn (eine holländisch-japanische Familie, die in Hiroshima lebt) führten ich interessante Gespräche (endlich konnte mal jemand gut Englisch sprechen) und sichtete vermeintliche Delfine. Ein ortsansässiger Japaner klärte uns jedoch auf, dass es sich hierbei nicht um Delfine, sondern um große Schildkröten handelt, die abends an den Strand kommen und hier ihre Eier ablegen. Er führte uns mit dem Auto noch zu einem Ort, wo wir bei einem traumhaften Sonnenuntergang zahlreiche Schildkröten sahen. Eigentlich wollte ich noch weiter nach Miyanoura fahren, da ich die Fähre am nächsten Morgen um acht Uhr nehmen wollte. Der Gedanke, die Schildkröten zu beobachten, wie sie nachts über den Strand robbten und ihre Eier ablegen, hielt mich jedoch in Nagata.

      Leider konnte ich diese nachts jedoch nicht sichten. Mit dem ersten Bus ging es am nächsten Morgen nach Miyanoura, welches ich drei Minuten vor der Fährüberfahrt noch so gerade rechtzeitig erreichte. Von Kagoshima aus ging es zurück zum Sakurajima und weiter in Richtung Ostküste, die ich am selben Abend sogar noch mit meinem netten Mitfahrer erreichte und auf einem Rasenstück am Strand mein Zelt neben einem Campervan aufschlug. Am nächsten Morgen begrüßte mich dieser und erklärte mir, dass es sein Privatgrundstück ist, auf dem ich zelte, es aber kein Problem sei. Da er und seine Frau in den USA studiert haben, können sie hervorragend Englisch sprechen. So verweilte ich noch einige Zeit auf ihrer Veranda aß Pudding und Früchte mit ihnen und unterhielt mich über Gott und die Welt. Zum Abschied gab es für den fußballbegeisterten Japaner noch ein paar Aufkleber meiner einzig wahren Borussia aus Mönchengladbach.

      Mit einem kurzen Abstecher zum “Udo Shrine” ging es mit verschiedenen Autos mach Takachiho. Die meisten Japaner sind sehr begeistert von meiner Reise und eine Auszeit von sieben Monaten erscheint bei ihren Urlaubstagen pro Jahr, die sie häufig an einer Hand abzählen können, surreal. So zeigte mir ein Auto noch die “Saitubaru burial mounds”, die Gräber der ersten Bewohner Japans vor über 2000 Jahren. Obwohl sie eigentlich nur eine kurze Strecke zu ihrem Zuhause fahren mussten, nahmen sie mich über zwei Stunden mit und fuhren mich bis nach Hyuga. Hier luden sie mich noch in ein bekanntes einfaches japanisches Restaurant ein und ich genoss die frittierten Fisch mit Reis, Salat, Tofu und Suppe. Weiter ging es noch mit ein paar 18-Jährigen Teenagern, die gefühlt das erste mal einen Europäer sahen und es witzig fanden für mich anzuhalten. Dabei musste ich für zahlreiche Selfies herhalten und durfte mir auf dem Fernseher im Auto das gesamte Album der japanischen Boyband “Generations” angucken und -hören. Eine wirklich authentische und tolle Band (Ironie aus).

      Den Regen im Hostel abwartend hoffe ich heute noch die Schlucht hier bestaunen zu dürfen und möchte anschließend noch bis zum Aso-Kuyu-Nationalpark weiterreisen, wo der größte Vulkankrater der Welt auf mich wartet.

      Tagebucheintrag No. 8 – 18. April

      Per Anhalter ging es am nächsten Tag wieder ein paar Kilometer gen Hafen. Die letzten 7 Kilometer ging es über die Berge mit tollen Ausblicken in alle Richtungen. Wieder in Yeosu angekommen kontaktierte ich Mia, mit der ich zwei Tage zuvor per Anhalter gefahren bin, und übernachtete bei ihr und ihrem Mann im “Penthouse” im 20. Stock mit tollem Ausblick auf die Stadt und das Meer. Mia bekochte mich mit feinster koreanischer Küche und ausschließlich Zutaten aus ihrem eigenen Garten. Am nächsten Morgen half ich ihr noch ein wenig im Garten und reiste wieder weiter.

      Von Yeosu aus trampte ich entspannt und schnell mit einem älteren Koreaner erneut zum Jirisan Nationalpark zurück. Bei strahlendem Sonnenschein und ohne schweren Rucksack (ich konnte ihn an der Ranger-Station lassen) ging es wieder auf den Cheonwangbong Peak hinauf. Dieses Mal bot sich mir ein ganz anderes Panorama als wenige Tage zuvor. Anstatt Regen und Nebel konnte ich bestem Wetter einen atemberaubenden 360 Grad Blick über die gesamte Bergkette genießen.

      Nun sollte es eigentlich langsam in Richtung Busan und dann nach Japan gehen. Bei Facebook sah ich jedoch, dass Liam ein Foto aus Südkorea postete. Vor etwa zwei Jahren sind Freunde und ich zum Fußball-Relegationsspiel der Würzburger Kickers in Duisburg gefahren. Auf einer Raststätte bei Köln lief der Australier Liam seit geraumer Zeit herum und versuchte per Anhalter nach Hamburg zu kommen. Hamburg war zwar nicht unser Ziel, wir boten ihm aber an mit uns nach Duisburg zu fahren, ein Ticket ließe sich dort sicher noch arrangieren. Dankend nahm Liam das Angebot an und wir machten uns auf den Weg zu seinem ersten Fußballspiel.

      Nachdem ich ihn nun zwei Jahre später anschrieb, offenbarte sich, dass er zur Zeit in Cheongju Englischlehrer ist. Obwohl es überhaupt nicht auf meinem Weg lag, machte ich mich erneut auf gen Norden. Von einer Oma mit ihrem erwachsenen Enkel wurde zunächst erst einmal zu ihnen nach Hause gefahren und mir wurde Mittagessen gekocht. Später ging es noch mit einem Geschäftsmann weiter. Dieser besitzt mehrere riesige und Hühnerfarmen und über 30.000 Hühner zur Eierproduktion. Exklusiv für mich gab es eine Führung durch eine seiner Farmen und ich hatte die Möglichkeit einen Einblick in die Käfighaltung in Korea zu bekommen. Ein eher unschöner Anblick. Zum Abschied schenkte er mir aus Scherz noch zwei Eier. Insgesamt schlief ich drei Nächte bei ihm und unternahm tagsüber unter anderem Ausflüge zur Sangdangsanseong Fortress, zum Daecheogho See und nach Chaneon zur Independence Hall. Abends ging es dann meistens auf einen kleinen Berg in Cheongju und anschließend mit seinen Kollegen etwas Essen und Trinken. Am Wochenende fuhren wir gemeinsam mit seiner Freundin nach Tongyeong, erkundeten die tolle Natur des maritimen Nationalparks und tranken Unmengen an Soju und Makkoli. Obwohl wir uns ja eigentlich nur von einem Abend vor 2 Jahren kannten, haben wir uns hervorragend verstanden und surfen absolut auf derselben Wellenlänge. Es war sicher nicht das letzte Mal, das wir uns gesehen haben! Absolut zu empfehlen ist hier das „Agit Guesthouse“, das wohl beste Hostel, in dem ich je war und dessen Inhaberin Nana einen fast durchgehend hervorragend bekocht.

      Per Anhalter ging es von dort aus die letzte Strecke nach Busan. Dort wurde ich von meinem “Fahrer” erst einmal in die Mensa der Universität zum Mittagessen eingeladen und stapfte anschließend über die Weiten von Koreas größtem Fischmarkt. Am nächsten Tag ging es mit Dia, neben der ich auf dem Flug von Moskau nach Seoul saß, zu ihren Top acht Spots in Busan (unter anderem zum Songjeong und Haeundae Strand sowie zum Haedong Yonggung Tempel). Abends besuchte ich das Baseballspiel der Lotte Giants Busan gegen die Daegu Samsung Lions. Koreas Sport Nummer eins konnte mich in der über vier Stunden dauernden Partie eher weniger überzeugen, es war jedoch trotzdem spaßig den zahlreichen Koreanern zuzugucken, wie sie ihr Team anfeuerten und ununterbrochen aßen und sich betranken. Busan ist eine absolut coole Stadt, die mir glaube ich sogar ein wenig besser als Seoul gefallen hat. Nach einer zweiten Nacht Wild-Zelten in den zahlreichen Bergen von Koreas zweitgrößter Metropole sitze ich nun in der Fähre nach Fukuoka (Japan).

      Zurückblickend lässt sich sagen, dass ich absolut blauäugig nach Korea geflogen bin und absolut keine Ahnung von dem Land, meiner dortigen Aufenthaltsdauer und meiner Reiseroute hatte. Aber genau so war es perfekt. Die Route hat sich irgendwie ergeben und offenbarte mir überragendes Essen, unheimlich herzliche Koreaner, tolle Natur und Städte. Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit und kann Korea als Reiseland für jede Form von Touristen absolut empfehlen. In tollen drei Wochen bin ich mit insgesamt 25 verschiedenen Autos per Anhalter gefahren und muss trotz den Zweifeln vieler Koreaner sagen, dass per Anhalter fahren in hier absolut super funktioniert und mir besondere Erlebnisse bereitete.

      So schön Korea auch war, so sehr freue ich mich auf das nächste Reiseland. In fast drei Monaten möchte ich Japan von der südlichen Insel Kyushu bis in den wilden Norden Hokkaidos erkunden.

      Tagebucheintrag No. 6 – Jirisan Nationalpark

      In Seoul traf ich zwei russische Backpacker mit denen ich ins Gespräch kam und die mir ein paar “Backpacker-Tricks” offenbarten. Zuerst ging es ins Paradise Casino. Hier konnte man nachdem man 200 Won (circa 15 Cent) mit zwei Spielen verspielt hatte, kostenlos das dortige Buffet genießen, was unser Hauptanliegen war. Anschließend ging es auf den Mount Namsan.

      Übernachtet wurde nicht im Hostel, sondern im traditionellen koreanischen Spa. Nach einem kurzen Saunagang um drei Uhr Nachts ging es in den “sleeping room”, in dem man sich eines der zahlreichen Betten zum Übernachten aussuchte. Nach einem weiteren halben Tag im Spa führte mich mein Weg nach Baekmudong zum Jirisan Nationalpark in den Süden des Landes. Nach einer Nacht auf dem dortigen Campingplatz, wartete ich am nächsten Tag vergeblich den Regen ab.

      So ging es also in Regenkleidung steil den Cheonwanbong (1915m) hoch. Der Regen hörte leider nicht auf und eine gute Aussicht war bedingt durch das Wetter auch nicht vorhanden. Also ging es auf der anderen Seite nach Jungsanri herunter, wo ich unter einer Überdachung zelten konnte. Am Folgetag fuhr ich per Anhalter nach Hadong. Aufgrund der zahlreichen blühenden Kirschbäume ein absoluter Traum. Meine Mitfahrgelegenheiten waren alle sehr freundlich und versorgten mich mit Kaffee, einer ganzen geschälten Gurke die ich sofort essen musste und Bier. Weiter ging es von hier aus nach Yeosu, wo eine weitere Nacht im Spa auf mich wartete.

      Der Jirisan-Nationalpark ist ein Nationalpark in dem ostasiatischen Staat Südkorea. 1967 wurde er als erster Nationalpark Südkoreas eingerichtet. Der Nationalpark liegt im Grenzgebiet der drei Provinzen Jeollanam-do, Jeollabuk-do und Gyeongsangnam-do und im Einzugsgebiet des Flusses Seomjingang. In dem Park befinden sich die Berge Jirisan mit 1.915 m, Banyabong mit 1.732 m und Nogodan mit 1.507 m.

      Der Jirisan ist nicht nur Namensgeber dieses Parks, er ist auch der zweithöchste Berg Südkoreas nach dem Vulkan Hallasan und wird deshalb als einer der heiligen Berge Koreas angesehen. An seinen Hängen befindet sich der Samseonggung-Schrein zur Erinnerung an Hwanin, Hwanung und Dangun, die drei mystischen Gründer von Go-Joseon, dem ersten Königreich auf der Koreanischen Halbinsel.

         

      7 Monate auf Tour Jirisan Nationalpark

        Am nächsten Tag ging es bei strahlendem Sonnenschein auf die Insel “Nam-myeon”, auf der ich die Bireong-gil Küstenwanderung in Angriff nahm. Bis zur Fähre nahm mich eine nette Koreanerin mit, die mir zuerst ihr Zweithaus auf der vorgelagerten Insel zeigte, mich zum Kaffee einlud und anschließend, wie selbstverständlich, den 35 Kilometer weiten Umweg für mich zum Fährhafen fuhr.

        Ich musste ihr versprechen, dass ich sie und ihren Mann nach dem Aufenthalt auf der Insel in Yeosu besuche und bei ihnen in ihrem Air B&B-Zimmer übernachte (natürlich kostenfrei). Auf Nam-myeon angekommen nahm mich zuerst ein Mann mit, der mich leider in die entgegengesetzte Richtung brachte und ich dies auch zu spät bemerkte. Als Entschuldigung wollte er mich noch unbedingt mit einer Honigmelone und Keksen beschenken. Das doofe war nun jedoch, dass auf der Insel wirklich sehr wenige Autos fahren.

        Nach einiger Zeit kam ein relativ voll beladener Rollerfahrer in die entgegengesetzte Richtung und hielt, ohne das mein Daumen draußen war, an und bot mir an auf seinem Roller mitzufahren. Ich wusste eigentlich nicht so ganz wie das mit meinem großen Backpack passen sollte, aber irgendwie klappte es. So ging es rasant die Hügel hinauf und herunter bis zum Start der Wanderung.

        Nach kurzer Zeit schlug ich mein Zelt auf und wanderte am nächsten Tag die 19 schönen Kilometer an der Küste entlang und hatte tolle Ausblicke auf die zahlreichen Inseln und Klippen im Dadahoe Sea Nationalpark. Bei meiner Mittagspause winkten mich drei Koreaner zu sich und ich trank irgendein hefelastiges koreanisches Getränk mit ihnen und wurde dazu gedrängt von den zahlreichen mitgebrachten Köstlichkeiten zu essen.

        Mein Essensbeitrag war aus Deutschland mitgebrachtes Pumper-Nickel, was die drei neugierig inspizierten, Fotos davon machten und es ihnen, so sagen sie, sehr gut geschmeckt hat. Die Nacht verbrachte ich am wunderschönen, jedoch sehr vermüllten Ando Beach. Auf dem Weg dorthin hielt noch ein älterer Mann, der in die andere Richtung fuhr, jedoch wie sehr viele hier, neugierig über meine Herkunft und mein Vorhaben war. Er fragte mich, ob ich einen Kaffee haben möchte, was ich verneinte. Das hat jedoch keine Rolle gespielte. Er öffnete die Hintertür seines Vans und setzte auf seinem Campingkocher warmes Wasser auf. Anschließend beschenkte er mich noch mit Bananen, Orangen, Walnüssen, Schokolade sowie weiteren Süßigkeiten und machte sich davon.

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        Tagebucheintrag No. 5 – Die verlassene Olympiastadt

        Die kommenden zwei Tage und den Nachmittag hatte der “Hausmeister” (ich vergesse immer seinen Namen) frei und fuhr campen. Er bot mir an, mich ein Stück mitzunehmen, was ich dankend annahm. Ich dachte es wäre interessant mir das Gelände der vor kurzem stattgefundenen Olympischen Winterspiele in Pyeungchang anzusehen, die nur unweit des Tempels waren. Der “Hausmeister” und Brad Pitt, wie er mich immer liebevoll nannte, erkundeten also gemeinsam die das olympische Gelände und konnten ihren Augen nicht trauen.

        7 Monate auf Tour - In der verlassenen Olympiastadt von Korea
        7 Monate auf Tour – In der verlassenen Olympiastadt von Korea
        Einzig für diese Spiele wurde eine ganze Stadt in einer abgelegenen Region erbaut. Unzählige Hochhäuser, Statuen, Sporthallen, Skilifte, Sprungchancen, Bobbahnen und Riesen-Schwimmbäder ohne Wasser säumten das Stadtbild. Alles stand leer und es hingen Schilder “zu verkaufen”, die wohl niemals abgehängt werden. Wir waren sprachlos wie viel Milliarden Euro hier investiert wurden und wie nutzlos alles jetzt verkommen wird.
        Zurück auf der Hauptstraße trennten sich unsere Wege. Für mich ging es nochmal für eine Nacht nach Seoul zurück.

        Tagebucheintrag No. 4 – Seoksan Nationalpark und meine Nacht im Buddha-Tempel

        Die eigentlich angedachte Mehrtageswanderung musste ich schnell verwerfen, da fast alle Wanderwege auf Grund von Waldbrandgefahr geschlossen waren. So blieb noch der Aufstieg auf den Ulsanbawi Rock und zum Aussichtspunkt auf den Towangseong Wasserfall.
        Die Wanderwege sind hervorragend ausgebaut und lockten unzählige Koreaner die weit über Tausend Stufen hinauf. Mit meinem großen Backpack war ich eine absolute Attraktion. Die Leute waren verwundert, lachten und waren ungläubig als ich am Gipfel ankam. Die Aussichten war wunderschön und ich wäre am liebsten noch weiter gegangen, als ich durfte.

        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
        Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
          Tage
          Am nächsten Tag wollte ich mein Glück mit dem per Anhalter fahren probieren. Sehr skeptisch wanderte ich an den Ortsausgab von Sokcho und hielt meinen Daumen sowie ein Schild auf dem “Odaesan Nationalpark” (auf koreanisch) geschrieben stand. Nach etwa zehn Minuten und zahlreichen neugierigen Blicken hielt ein nettes Ehepaar für mich, die mich in das etwa eine Stunde entfernte Gangneug mitnahmen und mich am Busterminal absetzten. Da der nächste Bus erst in weit über einer Stunde fuhr, versuchte ich mein Glück erneut mit hochgestrecktem Daumen.
          Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
          Bereits wenige Sekunden später hielt ein älteres Ehepaar an, die nach Pyeungchang fuhren, also genau meine Richtung. Trotz erheblicher Sprachbarrieren hatten wir eine muntere und unterhaltsame Autofahrt. Da nicht nur die meisten Wanderwege im Seoraksan Nationalpark sondern in allen Nationalparks in Südkorea bis mindestens 30. April gesperrt sind, blieb mir nur der Ausgangspunkt am Wolheongsa Tempel. Das Ehepaar fuhr mich sogar extra bis zum Tempel und nahm einen Umweg von etwa zehn Kilometern in Kauf. Dort zeigten sie mir den Tempel und führten mich anschließend in die tempeleigene Kantine, wo wir zusammen und kostenfrei aßen. Sie empfahlen mir noch die neun Kilometer bis zum Sangwonsa Tempel zu wandern, da man wohl dort übernachten kann. Meine ersten Erfahrungen per Anhalter waren überragend und stimmen mich positiv auf das weitere Abenteuer per Anhalter durch Ostasien.
          Anschließend begann das wohl beste Missverständnis überhaupt. Trotz einbrechender Dunkelheit machte ich mich von der Vorstellung in einem über 1000 Jahre alten Buddha-Tempel zu schlafen, mit Stirnlampe bewaffnet auf den Weg. Noch bevor es dunkel wurde, erhielt ich seltenen. Gegen 20:30 erreichte ich bei völliger Dunkelheit schweißgetränkt den Tempel. Alles war verschlossen. Nur durch eine Glastür war ein meditierender Mönch zu sehen.
          Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
          Ich klopfte an der Tür, er öffnete sie und sprach mich auf koreanisch an. Schnell wurde klar, dass unsere Sprachbarrieren zu groß waren und er holte einen weiteren Mönch hinzu. Dieser konnte hervorragend Spanisch sprechen und ich musste nun mein Anliegen in meinem Spanisch auf Anfängerniveau erläutern. Er brachte mir zuerst einen Kaffee und entgegnete mir anschließend, dass es sich um ein Missverständnis handeln muss, da es nicht möglich ist als Tourist in dem Tempel zu übernachten. Das Problem war nun jedoch, dass es bereits dunkel war und er auch nicht wollte, dass ich im Zelt übernachte.
          Nachdem ein weiterer Mönch hinzugeholt wurde und zahlreiche Telefonate geführt wurden, brachte man mich in ein kleines Fernsehzimmer, in dem der Hausmeister einen alten Cleopatra-Film auf englisch mit koreanischem Untertitel ansah. Dieser richtete mein “Boden-Bett” her und wir unterhielten uns noch für eine Weile (er konnte etwas Englisch sprechen). Am nächsten Morgen stand bereits um 6:20 das gemeinsame Frühstück an. Gestärkt ging es anschließend hinauf zum Seodaesa Tempel. Wieder zurück bestand man darauf, dass ich noch für das Mittagessen bleibe und ich genoss hervorragende koreanische Küche mit den zahlreichen Buddhisten zusammen. Eine erlebte Ehrfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde.

          Tagebucheintrag No. 3 – 26. März – Auf nach Seoul/Südkorea

          Am 26. März ging nun ab Madrid mein eigentlicher Flieger ins Abenteuer. Mit kurzem Zwischenstopp in Moskau erreichte ich einen Tag später die Mega-Metropole Seoul in Südkorea. Bei einer Metropolregion von über 25 Millionen Einwohnern war es wirklich nicht leicht sich hier zurecht zu finden. Nachdem ich denn auch direkt an der falschen Haltestelle ausstieg, die falsche Kreuzung abbog uvm. erreichte deutlich später als erwartet die sehr zentral gelegene Wohnung meiner Couchsurferin.
          Diese ist beziehungsweise arbeitete bis vor wenigen noch als Ärztin, hat ihren Job jedoch auf Grund von zu hoher Belastung und lediglich vier (!!!) Urlaubstagen im vergangenen Jahr gekündigt. Zur Zeit hat sie noch keine genaueren Pläne, möchte jedoch auch in naher Zukunft eine größere Reise starten. In den darauffolgenden drei Tagen in Seoul besichtigte ich zahlreiche buddhistische Tempel und Wolkenkratzer.
          Abends habe ich mich mit einigen in Seoul wohnenden Leuten in meinem Alter über “Couchsurfing Hangouts” getroffen, mit ihnen in der Stadt gegessen und ein paar Bier und Soju getrunken. Absolut verrückt war für mich der Besuch von einem Laden, in dem zahlreiche Karaokekabinen standen. Zu viert zwängten wir uns in eine und ich musste gleich mit “99 airballons” beginnen.

          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (1)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_seoul (11)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_seoul (10)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (9)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (8)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (7)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (6)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (5)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (3)
          Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (2)
            Ein weiteres Highlight war die Besteigung der kleinen Berges Ansan. Hier hatte man einen tollen Ausblick über die Stadt. Leider war dieser durch den aus China hereingewehten Smog und Sandstaub stark eingeschränkt.
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (16)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (16)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (17) Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (17)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (19)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (19)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (21)
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            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (22)
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            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (23)
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            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (24)
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            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (26)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (26)
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            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (28)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (29)
            Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Seoul (29)

              Das Nachtleben in Seoul findet vor allem in der Hongik statt. Hier sind zahlreiche Nachtclubs, Restaurants, Kneipen und vieles mehr zu finden.

              Sieben Monate auf Tour - Seoksan Nationalpark
              Sieben Monate auf Tour – Seoksan Nationalpark

              Vor allem aber Straßenmusiker, die hier spielen, ohne anschließend Geld von den Zuschauern zu erwarten. Sie machen es ausschließlich für Ruhm und Ansehen bei den zuhörenden Teenies. Der Andrang ist so groß, dass eigens dafür “Spielbuchten” errichtet wurden und es feste Spielzeiten für jeden jungen Künstler gibt, da so viele spielen wollen. Anschließend genießen sie für den kurzen Moment ein “Star” zu sein und machen mit den zahlreichen Zuschauern unzählige “Selfies”.

              Nach den Großstadtrubel brauchte ich erst einmal etwas Ruhe und fuhr mit dem Bus nach Sokcho, wo ich zwei Nächte mit zahlreichen koreanischen Campern am Stadtstrand zeltete. Ziel war hier der Besuch des beliebten Seoraksan Nationalparks.

              Tagebucheintrag No. 2 – 24. März – 26. März – Oviedo

              Nach der Stadtbesichtigung in Portugal, ging es noch am selben Tag weiter nach Oviedo, in Nordspanien. Hier besuchte ich einen weiteren Freund, der dort Für ein Jahr studiert. In den drei Tagen in Oviedo spielte der Wettergott jedoch leider nicht mit. Es regnete fast ausnahmslos ohne Pause. Dies hielt uns jedoch nicht davon ab durch die Stadt zu ziehen und die schönen Gebäude, Straßen, Restaurants und Nachtclubs zu ziehen.

              Bildergalerie Oviedo

              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (1)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (1)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (2)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (2)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (3)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (3)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (4)
              Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Oviedo (4)

                Ein weiteres Highlight für mich als begeisterten Fußballfan war ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk von ihm und zwei weiteren Freunden aus Würzburg. So fuhren wir “völlig unahnend” nach Gijon und sahen das Spiel Sporting Gijon vs. Rayo Vallencano. Tatsächlich gewann Gijon gegen den Tabellenführer aus dem madrider Vorort mit 1:0.

                Ein treuer Begleiter in diesen Tagen war stets die Yara Rein ZIP II Regenhose von VAUDE und die Enduro Jacket von Paramo. Beide haben versprochen, was sie angegeben haben. Trotz starkem Dauerregen mit teilweiser Uberflutung in Oviedo kam keon Tropfen durch sie durch und sie waren trotzdem noch atmungsaktiv.

                Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Lissabon (2)
                Sieben Monate auf Tour durch Ost- und Zentralasien_Lissabon (2)

                Tagebucheintrag No. 1 – 23. März – Startschuss von Köln nach Lissabon

                Als Erstes führte mich mein Weg von Köln nach Oviedo, um einen Kommilitonen zu besuchen.

                Nachdem der Flieger von Köln/Bonn nach Lissabon etwa zwei Stunden Verspätung hatte, blieben mir anstatt ursprünglich acht nur noch 6 Stunden, um die Hauptstadt Portugals zu erkunden. Am Bahnhof traf ich mich mit einem guten Freund von mir mit portuguisischen Wurzeln, der gerade seinen Master in Lissabon begonnen hat. In etwa 6 Stunden erkundeten wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten, aßen das beste Schokoadeneis meines Lebens und genossen die Zeit zusammen.

                 

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